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Obst für Arbeit - Ausgabe 28.03.2018

Walddörfer Rotarier initiieren Charity-Streuobstwiese

Tangstedt/Walddörfer – Eifrig hilft Jan seinem Papa Justus Maerker ein großes Pflanzloch auszuheben. „Da kommt unser Baum ‘rein“, sagt der Sechsjährige aus Sasel. Die „Birne von Echem“ ist einer von 48 Obstbäumen, die am Sonnabend von Mitgliedern des initiativen Rotary Clubs Hamburg-Walddörfer sowie Winterhude und Elbe auf Gut Wulksfelde gepflanzt wurden.

Die Idee dahinter ist ein soziales sowie ökologisches Charity-Projekt. 80 Euro pro Baum und Muskelkraft investierte jeder Rotarier; der Tangstedter Öko-Hof stellt kostenlos einen Hektar Land für die neue Streuobstwiese zur Verfügung. Um Pflege und Ernte kümmert sich eine gemeinnützige Gesellschaft namens „Das Geld hängt an den Bäumen“. Deren Ziel ist, ungenutzte Ressourcen zu nutzen und Arbeitsplätze für Menschen mit Handicap und aus sozialen Randgruppen zu schaffen.
„Aus dem Gratis-Obst stellen wir Säfte und Schorlen her und vermarkten sie in ausgewählten Läden“, erklärt Geschäftsführerin Svenja Weber. „Wir betreuen städtische Pachtflächen sowie Areale von Hamburg Wasser in Wilhelmsburg, Curslack und im Alten Land. Auch 30 Privatgärten zählen zu unseren Kunden, aus denen wir für unsere Arbeit kostenlos das Obst mitnehmen. Bislang sind wir vorwiegend in Hamburgs Süden unterwegs, doch nun möchten wir auch den Norden ‚erobern’.“
Das Projekt kommt an, die Zahl der Unterstützer wächst. So sind seit 2010 24 Arbeitsplätze entstanden, darunter für 17 Menschen mit körperlichen oder sozialen Beeinträchtigungen. Ausgebildet im Garten- und Landschaftsbau kümmern sie sich um etwa 1800 Bäume im Stadtgebiet, die rund 50 Tonnen Äpfel pro Jahr „abwerfen“.
Nun sind weitere 48 Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume hinzugekommen – 23 alte, robuste Sorten, mit Bedacht von Pomologe Eckart Brandt ausgesucht, darunter Wilstedter Apfel, Rote Eierpflaume oder Birne Graf Moltke.
Nicht nur der Apfel-Kundler freute sich über den perfekten Platz für seine „Obstschätze“, sondern auch Sarik Weber. Schließlich hatte der Rotary-Weltpräsident Ian Riseley als Jahresmotto ausgegeben, dass jeder der 1,2 Millionen Rotarier einen Baum pflanzen möge. „Das ist uns mit einer fantastischen Kooperation gelungen“, sagt der Präsident des Rotary Clubs Hamburg-Walddörfer.


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