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Die Räucherkate – eine lange Geschichte - Ausgabe 09.11.2011

Vom „Anhängsel” des Spiekerhus’ zur eigenen Geschichte

An der Ecke der heutigen Ecke Lerchenberg/ Claus-Ferck-Straße/Im Alten Dorfe stand schon vor Jahrhunderten eine kleine Kate. Sie war ursprünglich ein Gebäude, das zum ältesten Haus in Volksdorf, dem Spiekerhus im heutigen Mu­seumsdorf Volksdorf gehörte. Die Räucherkate gehört also zu den ältesten Häusern in Volksdorf, das ist historisch belegt.
Das Spiekerhus im Mu­seumsdorf Volksdorf wurde im 17. Jahrhundert erstmalig erbaut, die Räucherkate folgte wahrscheinlich wenige Jahre später. Das geht aus Funden in der Geschichte Volksdorfs und Funden im Untergrund des Spiekerhus hervor.
Alteingesessene Volksdorfer können sich noch gut daran erinnern, dass es in der Räucherkate in den 50er-Jahren noch geräuchtere Wurst und Schinken zum Kauf gab. Später diente die Räucherkate als Domizil für zahlreiche Volksdorfer Vereine und Institutionen. Lange Jahre richtete der Walddörfer SV seine Ge­schäftsstelle dort ein, die langjährige Geschäftsstellenleiterin Lore Quade wickelte von dort aus den gesamten Schriftverkehr, die Beitragsführung, Telefonate und alles, was zum Vereinsleben gehörte, ab. Der Verein zog erst 1977 mit der Eröffnung seines Vereinshauses an der Halenreie aus der Räucherkate aus.
Vereine wie der Schachklub Volksdorf von 1948 fanden in der Räucherkate ein Quartier. Längst war die Räucherkate zu einem kulturellen Treffpunkt in Volksdorf gewachsen. 
Bis zum verheerenden Brand in den späten Abendstunden des 4. Juli 2009 hatten auch Pfadfinder dort ein festes Quartier. Die bisherigen Nutzer können die Einweihung der „neuen” Räucherkate kaum abwarten.
Der Schock
Der 4. Juli 2009 war ein heißer Tag in Volksdorf. Tagsüber herrschten rund 30 Grad Celsius. Abends war es entsprechend warm. Kurz nach 22 Uhr wurde der Alarm bei der Feuerwehr Hamburg ausgelöst. „Historisches Reetdachhaus in Volksdorf brennt” lautete der Einsatzbefehl. Sofort rückten Einsatzkräfte in Richtung Zentrum Volksdorfs aus, zunächst war unklar, welches Gebäude in Flammen stand. Jahre zuvor hatte der Dorfkrug gebrannt. Schnell war aber klar, die Räucherkate stand in Flammen. Zunächst war nur eine Rauchent­wicklung in der Nähe der hinteren Stirnwand zu sehen, dann drangen Flammen aus dem Reetdach. Drei Wehren waren im Einsatz, versuchten den Brand zu löschen. Durch die Trockenheit der vergangenen Tage war der Schaden aber nicht mehr in Grenzen zu halten, es galt, möglichst viel vom Gebäude zu retten. Die Löscharbeiten dauerten bis in den frühen Morgen, am Ende blieb nur noch eine Ruine stehen. Brandursache war Brandstiftung, der oder die Täter wurden bis heute nicht ermittelt.