Home » Für Verständigung und Toleranz

Für Verständigung und Toleranz - Ausgabe 08.06.2016

„Poppenbüttel hilft“ fördert Akzeptanz für kulturelle Unterschiede, Jugend musiziert für die gute Sache

Poppenbüttel – Der Gemeindesaal der Marktkirche war anlässlich der Veranstaltung „Von Syrien nach Hamburg“ mit dem syrischen Linguisten Dr. Yasser Motraji und Interviewpartnerin Karin Heilmann gut gefüllt. Motraji, der seit vier Jahren in Hamburg lebt, unterrichtet die arabische Sprache.

Im Gespräch auf der Bühne verstand es Dr. Motraji, lebhaft und bildreich zu vermitteln, wie das Leben in den aufgeschlossenen syrischen Städten bis vor einigen Jahren ablief. Er berichtete von seinen Gründen, dem Land mit einem soliden Bildungswesen, aber totalitären Strukturen den Rücken zu kehren.

Kulturelle Unterschiede ­akzeptieren

Für die jetzt in Deutschland lebenden Syrer sei es sehr wichtig, ihre Identität und Würde zu bewahren, zeigte er auf. So sei es für einen Syrer beispielsweise schwer auszuhalten, nicht arbeiten zu können. Eine wirklich erfolgreiche Integration erfordert ­Toleranz, wurde deutlich. Natürlich müssen die hier lebenden Araber die deutschen Gesetze achten und auch die zum Teil beträchtlichen kulturellen Unterschiede akzeptieren. Für ein – eventuell auch nur temporäres – Zusammenleben ist es jedoch wichtig, dass auch die deutschen Mitbürger Verständnis zeigen; andersartige Verhaltensweisen von Syrern und anderen Arabern in Deutschland sind kein Zeichen von Rück­ständigkeit, sondern beruhen auf einer anderen, aber gleichwertigen kulturellen Herkunft.

Kommunikation auf ­Augenhöhe

Die intensive Kommunikation von deutschen Familien mit einer syrischen Familie auf Augenhöhe (Patenmodell) wurde von Dr. Motraji aus eigener Erfahrung als zentrale Hilfe zu gelungener Integra­tion eindringlich geschildert. Auch religiöse Fragen und Fragen der Gleichberechtigung von Frau und Mann konnte Dr. Motraji überzeugend als lösbare Aufgaben der Kommunikation darstellen.
Die Diskussion mit dem Publikum im Anschluss an das Interview bestätigte den informativen, offenen und überaus friedlichen Charakter dieser Veranstaltung. Den ehrenamtlichen Helfern ist für die brillante technische und organisatorische Hilfe zu danken. Alle Teilnehmer konnten mit wertvollen neuen Informationen und dem Gefühl, das Richtige zu tun, nach Hause gehen.

Spenden für „Poppenbüttel hilft“

Am 11. Juni um 18 Uhr findet ein Konzert der aktuellen Hamburger Preisträger des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“ statt. Der Spendenerlös wird vollständig der Integrationsarbeit von „Poppenbüttel hilft e.V.“ zufließen. Seit über 50 Jahren gibt
es den Schüler-Musikwettbewerb „Jugend musiziert“: Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland stellen sich zuerst regional, dann landesweit und schließlich auf Bundesebene verschiedenen Fachjurys und werden über technisches Vermögen und musikalische Gestaltung der Stücke beurteilt. Jedes Jahr sind auch Hamburger Schüler mit Wertungen auf höchstem Niveau dabei, und auch dieses Jahr wurden junge Musiker aus Hamburg mit Preisen ausgezeichnet. Zurückgekehrt von diesem Wettbewerb geben die Preisträger nun ein Konzert in der Marktkirche. Man kann sich freuen auf hervorragende junge Musiker mit schönster Musik von unter anderem Bach, Mozart, Paganini, Poulenc und anderen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind herzlichst erbeten.     (sl)



fdjs