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Droht die Schließung des HdJ Tegelsbarg? - Ausgabe 04.09.2012

Durch personelle Unterbesetzung leidet die wichtige Sozialarbeit mit Kindern und Jugendlichen massiv

(ms) Der Tegelsbarg an der Grenze von Poppenbüttel und Hummelsbüttel ist eine große Siedlung, die von vielen sozial schwächeren und schwachen Menschen be­wohnt wird. Konkret leben dort auf engstem Raum etwa 7.000 Menschen.
Es sind in großer Zahl  Menschen mit Migrationshintergrund und Hartz-IV-Empfänger, die mit jedem Cent rechnen müssen. Das dortige Haus der Jugend ist eine zentrale Anlaufstelle für Familien und die Kinder. Sie sind auf niedrigschwellige Freizeitangebote angewiesen, damit die Kinder und Jugendlichen zumindest einen Treffpunkt haben, der ihnen viele Angebote aus Sport, Spiel und Unterhaltung bietet. Die Mitarbeiter des Hauses leisten aber über ihre eigentliche Arbeit hinaus seit vielen Jahren weit mehr als nur eine Aufsicht, sie sind Seelsorger, Tröster und Ratgeber, auch für die Eltern.
Den Sparmaßnahmen des Senats sollen auch Stellen im Haus der Jugend Tegelsbarg zum Opfer fallen. Dagegen haben viele Anwohner am Tegelsbarg am Freitag demonstriert.
Die Politik reagiert schnell auf Gerüchte. „Die Situation ist auch aufgrund der Enge im Bezirkshaushalt nicht einfach. Ich setze darauf, dass die Bezirkspolitik alle Möglichkeiten ausschöpfen wird, um die hervorragende Arbeit des HdJ Tegelsbarg weiter zu unterstützen. Von der Landesebene helfen wir gerne mit - so mit der Vergabe von Tronc-Mitteln in diesem Frühjahr. Eine Schließung des HdJ kann und wird es nicht geben. Das Haus ist für den Stadtteil absolut unverzichtbar”, so Dr. Andreas Dressel, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bürgerschaft und Wahlkreisabgeordneter für Alstertal und Walddörfer. Und Anja Quast, SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksversammlung  Wandsbek: „Die SPD-Fraktion nimmt die Situation im Haus der Jugend Tegelsbarg sehr ernst. Uns ist sehr wohl bewusst, dass hier seit Jahrzehnten mit vergleichbar geringen personellen Ressourcen eine besonders wertvolle Arbeit für die Kinder-, Jugendlichen und Familien am Tegelsbarg und darüber hinaus geleistet wird. Aufgrund der seit Jahren auf den Bezirken lastenden Konsolidierungsverpflichtungen ist es insbesondere für die staatlichen Häuser extrem schwierig, alle ihnen eigentlich zustehenden Stellen auch wirklich zu besetzen. Deshalb wird die Bezirksversammlung Wandsbek alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel dazu nutzen, weitere Einsparverpflichtungen von den Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit abzuwenden. Wir werden unsere Mittel soweit es uns haushaltsrechtlich möglich ist so umschichten, dass es zu keinen 40-prozentigen Kürzungen kommen wird.”
Am Freitag fanden sich rund 200 Demonstranten am Tegelsbarg ein, um gegen mögliche Einsparungen beim Personal im Haus der Jugend zu protestieren, speziell gegen Einsparungen bei den Honorarkräften.
Sie forderten die Weiterbeschäftigung der Honorarkräfte in vollem Umfang, damit die gute und wichtige Sozialarbeit im Stadtteil erfolgreich fortgesetzt werden kann.
Die Politik hat das Problem erkannt und sucht jetzt nach Wegen, so dass keine Kürzungen im Personalbereich des Hauses der Jugend erforderlich sind.