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Betrüger nutzen Corona aus - Ausgabe 25.03.2020

Polizei warnt vor allem Ältere zur Wachsamkeit

Alstertal/Walddörfer – Die Polizei Hamburg warnt vor Betrügern, die die Corona-Ausbreitung ausnutzen, um Menschen übers Ohr zu hauen. Im Hamburger Stadtgebiet kam es bereits zu vereinzelten Fällen.
Die Täter benutzen unter anderem offenbar eine abgewandelte Variante des weithin bekannten „Enkeltricks“. Dabei geben sie sich am Telefon als erkrankte Angehörige aus, die sich in Quarantäne befinden und deshalb dringend Bargeld benötigen. In anderen Fällen geben Täter vor, mit dem Coronavirus infiziert zu sein und Geld für Medikamente und Krankenhausbehandlungen zu benötigen. Betrüger sollen sich an der Haustür auch schon als Mitarbeiter des Gesundheitsamts ausgegeben haben. Unter dem Vorwand, einen Corona-Test durchführen zu wollen, verschaffen die teils in Schutzanzügen und mit Mundschutz auftretenden Täter sich auf diese Weise Zugang zur Wohnung, um an Wertgegenstände und Bargeld zu gelangen. Teilweise sollen die Betrüger ihr Erscheinen im Vorwege auch telefonisch angekündigt haben.
Betrüger sind offenbar auch im Internet mit verschiedenen Maschen aktiv:
  • Über Fake-Shops werden Desinfektionsmittel, Mundschutzmasken, Thermometer usw. angeboten, die in Apotheken und Drogerien nicht oder nur schwer erhältlich sind. Die Ware wird bezahlt, jedoch nicht geliefert.
  • Kriminelle versenden gefälschte E-Mails im Namen von Behörden oder offiziellen Organisationen, etwa im Namen der WHO. Die Angeschriebenen werden aufgefordert, beigefügte Anhänge zu öffnen, etwas herunterzuladen (Achtung: Schadsoftware!) oder Bitcoins für Betroffene zu spenden.
  • In anderen betrügerischen E-Mails wird um Spenden für Angehörige von Corona-Opfern, überbelastetes medizinisches Personal oder sogar für die Forschung eines Impfstoffs gebeten. Schon in der Betreffzeile stehen Appelle wie „Aufruf zur Spende für den Kampf gegen Corona!“.


Hinweise und Tipps

  • Sich gedanklich auf solche Anrufe, E-Mails oder Besuche vorbereiten. Es geht immer darum, an Geld zu gelangen!
  • Misstrauisch sein, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die man als solche nicht erkennt. Beim Anrufer Dinge er­fragen, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.
  • Besonders misstrauisch sein, wenn sich Anrufer nicht selbst mit Namen melden. Nicht raten, sondern Anrufer immer auffordern, den Namen selbst zu nennen.
  • Verifizieren, was behauptet wird, und sich mit Freunden oder Angehörigen beraten. Diese unter den lange bekannten Telefonnummern anrufen und sich den Sachverhalt bestätigen lassen.
  • Täter spielen mit den Emotionen der Opfer. Auf eigenes Bauchgefühl hören und alle Angebote sorgfältig prüfen.
  • Der Besuch von Mitarbeitern des Gesundheitsamts oder medizinischen Personals ist nur dann richtig und echt, wenn man eine Testung selbst initiiert hat.
  • Nachbarn um Hilfe bitten und Unbekannte vor geschlossener Tür warten lassen.
  • Wertsachen und höhere Bargeldbeträge nicht zu Hause aufbewahren, sondern in einem Bankschließfach.
  • Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit.
  • Bei verdächtigen Anrufen: einfach auflegen. 
Bis Redaktionsschluss wurden nach Angaben aus Polizeikreisen zwar noch keine Corona-bezogenen Betrugsversuche in Hamburgs Nordosten bekannt. Dennoch heißt es wachsam sein. (ab/os)