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Ein Neuer im Revier - Ausgabe 26.02.2020

Von der Elbe an die Alster: Jan Fedkenhauer leitet das PK 35

Poppenbüttel – Mit Jan Fedkenhauer gibt es seit Anfang des Monats einen neuen Revierleiter der Schutzpolizei am Kommissariat 35. Seit 1987 bereits ist der gerade 53 Jahre alt gewordene Polizeioberrat bei der Hamburger Polizei.
Von Florian Büh
Im exklusiven Gespräch mit dem Heimat-Echo zum Antritt an neuer Wirkungsstätte verriet er eine spannende Anekdote: „Als ich bei der Polizei anfing, gab es noch die Polizeistation in der alten Volksdorfer Villa. Da wollte ich immer einmal Dienst versehen. Aber bis auf ein Praktikum während der Ausbildung, in Rahlstedt, war ich nie wieder im Nordosten eingesetzt“, so Fedkenhauer.
Gut vier Jahre lang hatte der Vater von drei Söhnen (17, 20, 24 Jahre alt) zuletzt am Polizeikommissariat 26 (Osdorf) die Leitung inne. Davor war Fedkenhauer gut zwei Jahre stellvertretender Leiter in Billstedt (PK 42). Privat engagiert er sich vor allem im Fußballbereich des Kreis­jugendausschusses Stormarn. Ahrensburg ist seine Heimat. „In Farmsen spiele ich bei den ‚Late Knights‘, einer Hobby-Mannschaft im Eishockey. Fußball wurde mir irgendwann zu gefährlich. Auf dem Eis hat man mehr Schutz. Tacklings und Angriffe mit Schubsen gegen die Bande gibt es bei uns nicht.“
Sein Vorgänger als Leiter des PK, Niels Stahnke, hatte sich Ende Januar verabschiedet, ging in Pension. „Ich bin seit 3. Februar hier“, so Fedkenhauer. „In dieser Zeit habe ich viele offene, nette Kollegen kennengelernt. Die Strukturen zwischen dem PK 26 und dem PK 35 ähneln sich. Aber das Revier hier ist doppelt so groß. Dennoch habe ich nur rund 110 Kolleginnen und Kollegen bei der Schutzpolizei zur Verfügung. In Osdorf waren es etwa 100.“

Nur zwei Streifenwagen
Nachts würden nur zwei sowie zwischen 8 und 22 Uhr maximal vier Streifenwagen zur Verfügung stehen, Motorräder müssten aus einem anderen Revier angefordert werden: „Da wünscht man sich insbesondere nachts schon einmal einen Wagen mehr, der Präsenzstreife fahren könnte“, so der routinierte Leiter. In Kooperation mit dem Landeskriminalamt (LKA 152), das ebenfalls am Wentzelplatz direkt am S-Bahnhof Poppenbüttel seinen Dienstsitz hat, will Fedkenhauer dem Bürger das nötige Sicherheitsgefühl geben: „Alle Einbrüche in Häuser und Kfz in der Region Wandsbek werden hier bearbeitet.“ Der 53-Jährige hofft, dass er mit viel Transparenz – „meine Tür ist immer offen und ich starte meinen Tag mit ­einem Rundgang durchs Haus“ – und durch gute Arbeitsbedingungen – „ich würde gern einige Räume verschönern und vielleicht eine Art Ruheraum einrichten“ – auch seine Kollegen unterstützen kann. „Im Moment fange ich gegen 7.30 Uhr an, nachdem ich gut eineinhalb Stunden mit der Bahn hierhergefahren bin. Regelhaft bin ich bis 17 Uhr hier im Haus“, erklärt Fedkenhauer, der derzeit südlich der Elbe wohnt.
Er freue sich über neue Gestaltungsräume, möchte nach und nach die Arbeitsabläufe überprüfen und „die andere Organisationsstruktur hier am PK“ kennenlernen. Auch eine Runde durch die Stadtteile wird gerade geplant: „Aber es gibt allein so viele Freiwillige Feuerwehren im Reviergebiet, so viele Vereine und politische Gremien. Das wird einige Zeit dauern, bis ich überall gewesen bin. Aber für vieles will ich lieber den persönlichen Gang wählen, nicht das Telefon. So wie hier auch im Haus.“

Wachsame Nachbarn gebraucht
Zur Vorstellung für das Heimat-Echo nahm Fedkenhauer sich daher gern persönlich Zeit: „Ich weiß, wie sehr uns die Regionalzeitung helfen kann. Wir brauchen wachsame Nachbarn, Menschen, die aufeinander schauen. Die die 110 wählen. Natürlich bewegen die Menschen die Geschichten aus ihrem Stadtteil“, so der Polizeibeamte. Auch das aktuelle Thema der Sachbeschädigungen an Autos hat er bereits auf dem Radar: „Es gab in der Nacht zum 19. Februar fünf neue Fälle im Bereich der Alten Landstraße. Hier wurden Scheiben eingeschlagen.“ Ansonsten habe es seit seinem Amtsantritt keine weiteren Fälle dieser Art, auch nicht im nördlichen Poppenbüttel, gegeben. „Wir haben das im Blick“, verspricht der Revierleiter. „Das Sicherheits- und Unsicherheitsgefühl der Bürger ist wichtig. Wichtig ist aber auch die Tatsache, dass wir deutlich gesunkene Fallzahlen der Kriminalität insgesamt gerade wieder vermelden konnten. Auch bei uns.“ Dabei betont der „Neuling“ das Wort „uns“, als wäre er seit Jahren schon hier. Ist ja irgendwie auch so: „Nun, nach fast 33 Jahren, habe ich mir endlich den Wunsch erfüllen können, hier tätig zu sein“, sagt Jan Fedkenhauer. Er ist angekommen, fühlt sich wohl. Auch wenn der Posten in der Villa längst Geschichte ist.


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