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Amphibien wandern wieder - Ausgabe 26.02.2020

Naturschützer aktiv. Vorsicht im Verkehr

Alstertal/­Walddörfer – Wie in jedem Jahr beginnen auch in diesem ­Frühjahr mit den steigen­den Temperaturen die Wanderungen einer Vielzahl von Amphibien von den Winterquartieren zu ihren Laichplätzen in den Gewässern.
Die Tiere haben sich in diesem Jahr mit den ungewöhnlich milden Temperaturen schon früh auf den Weg begeben. Insbesondere in der Dämmerung sind bereits einige Arten unterwegs. Dabei müssen die Tiere auf ihren Wegen nicht selten auch Straßen überqueren.
Das Bezirksamt Wandsbek unterstützt den Amphibienschutz durch das Aufstellen temporärer Sperren für den Autoverkehr, etwa am Bekwisch in Sasel, und Hinweisschildern an häufig von Amphibien gequerten Straßen. Um Rücksichtnahme und eine angepasste Fahrweise in den ausgeschilderten Bereichen wird gebeten.
Heinz-Werner Steckhan vom NABU-Arbeitskreis Walddörfer hat sich aufgrund der Wetterlage entschlossen, mit Helfern den Amphibienzaun am Moorredder in Volksdorf aufzubauen. „Normalerweise folgt auf einen ,richtigen Winter‘ ja irgendwann ein Temperaturanstieg. Wenn es dann so um die zehn Grad sind und noch Regen dazukommt, beginnt normalerweise eine Massenwanderung“, weiß Steckhan. „In den letzten Jahren haben sich die Temperaturverhältnisse allerdings verändert. Hatten wir etwa Anfang Februar 2019 noch Temperaturen um null Grad, waren es ab dem 8. Februar 2019 zehn Grad und mehr. Die Anzahl an Fröschen und Kröten, die wir über die Straße in ihr Laichgewässer, den Feuerteich, brachten, betrug 2019 ganze 229 Tiere. Im Vorjahr waren es noch 1.060 Frösche und Kröten.“ Unerreicht ist der Spitzenwert von 2015 mit 1.330 Amphibien.
Steckhan: „Da es im Winter verstärkt höhere Temperaturen gibt, dann wieder wechselnd in den Bereich bis unter null Grad, ziehen die Amphibien, die ihr Winterquartier in sonnenexponierter Lage haben, früher los als die, die in dunklen, schattigen Ecken überwintern. Und genau diese Amphibien fehlen uns in der Statistik, weil sie sich schon auf den Weg zum Laichgewässer gemacht hatten, bevor wir unseren Zaun aufgebaut haben.“ Daher wurde der Zaun diesmal so früh errichtet.
Übrigens: Amphibien aus den Fangeimern zu holen und über die Straße zu bringen „ist zwar lieb gemeint, aber völlig kontraproduktiv, fehlen uns doch genau diese Fröschen und Kröten in unserer Statistik“, so Steckhan. Auch das Endstück des Moorbekwegs wird wieder mit der Schranke geschlossen, samt Schild, das auf die Amphibienwanderung hinweist. (os)


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