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Großbrand am ­Tonradsmoor - Ausgabe 19.02.2020

Ursache unklar. Fremdeinwirkung in Volksdorf?

Volksdorf – Wer am späten Sonntagnachmittag rund um den Buchenkamp lüftete, rümpfte die Nase. Wer nichts ­ahnend einen Blick aus dem Fenster warf, erschrak. Es ­brannte lichterloh. Manche dachten zunächst unwillkürlich an den Ferck’schen Hof oder die Folgeunterkunft an der Eulenkrugstraße.
Von Oliver Spatz
Aber es waren rund 250 Strohballen am Tonradsmoor, die rasch in voller Ausdehnung auf etwa 5 mal 35 Metern brannten. Der stürmische Wind verursachte Funkenflug, fachte das Feuer immer wieder an und trug zu einer massiven Rauchentwicklung bei. Die Feuerwehr Hamburg rief in einer amtlichen Warnung Anwohner auf, Fenster und Türen zu schließen und Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Der Rauch zog in nordöstlicher Richtung gen Moorbek­ring und Sportzenkoppel, teils bis nach Stormarn hi­nein. Am Sonntag gegen 22.50 Uhr wurde die Warnung schließlich aufgehoben.
Die Einsatzkräfte waren allerdings noch bis etwa 3.30 Uhr am Montag beschäftigt. Insgesamt waren 53 Kräfte der Berufsfeuerwehr Sasel, der Freiwilligen Feuerwehren (FF) Volksdorf, ­Sasel, Barmbek, Wohldorf, Duvenstedt und Berne vor Ort, später zur Versorgung auch die FF Ottensen. Das Technische Hilfswerk (THW) wurde ebenfalls hinzugezogen. Notarzt und Polizei waren gleichfalls präsent.
Von einem alltäglichen Einsatz könne man nicht sprechen, bestätigt Dennis Diekmann, Pressesprecher der Feuerwehr Hamburg, auf Heimat-Echo-Nachfrage. Ein Radlader wurde angefordert, um die brennenden Strohballen auseinanderzureißen. Wegen des morastigen Bodens wurde auch noch ein kettenbetriebener Bagger hinzubeordert. Die Straße Buchenkamp war in Höhe der Einmündung des Wegs Tonradsmoor bis in den späten Abend gesperrt.
Zur Brandursache war von offizieller Seite keine Stellungnahme zu bekommen. In den Tagen zuvor hatte es ergiebig geregnet, daher müssten das Stroh und der Boden eigentlich ausreichend feucht gewesen sein. War es Fahrlässigkeit? Oder Brandstiftung? Aber wer sollte ein Interesse daran haben, dort Feuer zu legen? Spekulationen schießen ins Kraut.
Nach Heimat-Echo-Informationen ist eine Selbstentzündung des Strohballenbergs faktisch ausgeschlossen, sodass tatsächlich von Fremdeinwirkung auszugehen ist. Vermutlich aber werden keine verwertbaren Spuren mehr zu finden sein. Die ­Ermittlungen der Polizei dauern an.


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