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Koordination, Kommunikation, Kooperation - Ausgabe 19.02.2020

Die Baustellenkoordinatorin des Bezirks im Porträt

Wandsbek – Der Antritt einer neuen Stelle ist nie ganz leicht. Wenn man sich dabei auf die Expertise und den Erfahrungsschatz eines Vorgängers oder ein bestehendes und eingeübtes Netzwerk verlassen kann, mag dies die Eingewöhnung ­erleichtern.
Von Robert Cherkowski
Eine Erleichterung, die nicht immer gegeben ist wie im Falle der seit Oktober letzten Jahres aktiven Baustellen­koordinatorin Lena Voß, deren Stelle Ergebnis und Konsequenz eines Ende 2018 auf den Weg gebrachten Maßnahmenpakets zur Optimierung der ­Entscheidungswege sowie zur Erhöhung von Transparenz ist.
„Das heißt natürlich nicht, dass es vorher keine brauchbaren Entscheidungswege oder Transparenz gegeben hätte“, betont Voß. „Der Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) war in dieser Hinsicht stets engagiert. Das heißt jedoch nicht, das es nicht möglich gewesen wäre, Ressourcen aufzustocken und bestehende Formen der Zusammen­arbeit neu aufzugleisen.“ Eine dezentrale Koordination in den Bezirken soll künftig die Zusammenarbeit erleichtern, wie Voß meint: „Der LSBG widmete sich vor allem den Hauptverkehrsstraßen, ohne dass die Baupläne in Bezug auf Bezirksstraßen dabei berücksichtigt wurden. Ohne es zu wissen, gerieten Bauvorhaben dabei in Konkurrenz. Solche Kommunikations- und damit auch Koordinationsengpässe sollen Baustellen­koordinatoren in Zukunft vermeiden.“
„Koordination“, „Kommunikation“ und „Kooperation“ lauten dabei die Zauberworte für einen reibungsfreien Ablauf. „Es gilt“, so Voß, „von Projekt zu Projekt in individuellem Ausmaß mit städtischen Interessen, Bauträgern und Bewohnern in Kontakt und Vermittlung zu stehen und die Interessen jeder Interessensgruppe im Auge zu behalten und Kompromisse zu suchen und zu finden.“
950 Kilometer Bezirksstraßen und 110 Kilometer Hauptverkehrsstraßen gibt es in Wandsbek, wobei die Bezirkskoordinatoren die Bezirksstraßen im Blick haben. Die Hauptverkehrsstraßen werden weiterhin von der Koordinierungsstelle (KOST) des LSBG koordiniert. Eine enge Verzahnung zwischen den Bezirkskoordinatoren und der KOST ist daher von hoher Bedeutung.

Moderation – ein wichtiger Teil des Jobs
Bevor sie die Stelle der ­Baustellenkoordinatorin annahm, war Voß lange Zeit Pressesprecherin im Bezirks­amt Wandsbek. Eine Zeit, in der sie Kontakte sammeln, Temperamente kennenlernen und den richtigen Ton im Umgang mit dem richtigen Gesprächspartner einstudieren konnte. Eine Erfahrung, die sich dieser Tage regelmäßig bezahlt macht.
Nicht immer sind die Positionen, die sie dabei von so unterschiedlichen Seiten wie der Anwohnerschaft, den Bauträgern sowie der Bezirke nacheinander an einen Tisch und schließlich auf einen gemeinsamen Nenner bringen muss, von Anfang an harmonischer Natur. Dennoch hat sie die Jahre als Pressesprecherin genug verinnerlicht, um Worte wie Probleme, Frustration oder Schwierig­keit nicht in den eigenen Sprachgebrauch aufzunehmen: „Ich spreche in diesem Kontext lieber von Herausforderungen, denen es sich zu stellen gilt. Das ist nun mal mein Job, und dass unterschiedliche Parteien und Interessensgruppen auch unterschiedliche Präferenzen und Perspektiven haben, ist auch kein Geheimnis. Das zu vermitteln ist eine meiner Aufgaben.“

Velorouten betreffen auch Walddörfer
Neben Projekten, die sich dem immer wieder und zuletzt zunehmend akuten Thema Wohnungsbau widmen, sind es nicht zuletzt Fragen der Verkehrspolitik, die Voß’ Aufmerksamkeit auf sich ziehen. So zum Beispiel auch das sogenannte Veloroutenprogramm, ein Projekt, das sich dem Ausbau der Fahrrad­routen im Stadtgebiet widmet. Zwei dieser Routen, namentlich die Routen 5 und 6, betreffen auch die Walddörfer. „Dahinter steht ein sehr ambitionierter Zeitplan“, weiß Voß und fährt fort: „Es gilt, schon im Voraus zu wissen, an wie vielen Stellen gleichzeitig gebaut wird, welche Einschnitte in den Verkehrsfluss für wie lange zu befürchten sind und wo der Ausweichverkehr entlangführen würde. Dabei stellen sich Fragen nach Möglichkeiten, Effizienz und Zumutbarkeit, über die man sich lieber vorher Gedanken macht.“
Koordination, Kommunikation und Kooperation – für Lena Voß alles eine Frage des Tons.


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