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Attacken auf das Sicherheitsgefühl - Ausgabe 12.02.2020

Vandalismus an Privatautos im Norden ­Poppenbüttels häuft sich

Poppenbüttel – „Man wird skeptisch“, sagt Frank H. Der 48-Jährige hat ­seinen Dienstwagen „an der Hauptstraße“, wie er den Hartje-Rüter-Weg nennt, geparkt.
Von Florian Büh
Die noch kleinere Seitenstraße, an der er eigentlich wohnt, will er für spielende Kinder und als Rettungsweg freihalten. Doch nun überlegt der Angestellte, ob er das Auto doch lieber woanders abstellt. Seit Monaten wird die Siedlung von einem oder mehreren Unbekannten durch Sachbeschädigungen an Autos drangsaliert. „Bei mir war es dieses Mal nur der Außenspiegel. Die beschädigte Hülle fand ich auf dem Bürgersteig“, so Anwohner H.
Mehrere Vorfälle beschäftigen Autoversicherungen, Polizei und nicht zuletzt die Autobesitzer. Seit Kurzem ist die Politik auf den Plan gerückt: Dennis Thering (CDU), Bürgerschaftsabgeordneter aus dem Alstertal, wandte sich an den Senat und erhielt Antworten: Acht Sachbeschädigungen an Pkw wurden durch die Polizei zwischen Oktober und Januar im Bereich des nörd­lichen Poppenbüttel registriert. Wohl an die 20 Taten vermuten die Anwohner. Denn längst nicht jede Beule, jede kaputte Scheibe wurde zur Anzeige gebracht – auch nicht der Seitenspiegel von Frank H. Ebenso wenig die völlig zerstörte Frontscheibe eines Kombi: „Wir haben den Schaden in Höhe von über 1.000 Euro am 3. Dezember ­bemerkt und direkt von der Versicherung regulieren lassen. Die Selbstbeteiligung haben wir dann privat bezahlt“, erzählt ein weiterer Anwohner, der auch von weiteren Sachbeschädigungen zu berichten weiß: „Ende Januar waren bei etwa sieben Fahrzeugen am Jaspersdiek die Scheiben eingeschlagen.“ Am 5. Januar sollen mindestens drei Autos in der Nacht beschädigt worden sein, die ebenfalls in der Auflistung des Senats fehlen. „Wir wohnen seit 30 Jahren hier. So etwas hat es noch nie gegeben“, betont der Anwohner im Gespräch mit dem Heimat-Echo, bei dem auch die Ehefrau anwesend ist. Seinen Namen möchte auch er nicht veröffentlicht sehen. Zu groß ist die Angst vor den unbekannten Tätern.

Kein konkreter Verdacht
Diebstähle aus Autos gab es schon einmal, aber Sach­beschädigungen „ohne Sinn und Verstand“, das sei neu: „Mir selbst wurde schon einmal das Lenkrad samt Airbag ausgebaut“, so der Anwohner, der nun erneut Opfer einer Straftat wurde. Diesmal ist der Ärger aber größer: „Wir gehen davon aus, dass aufgrund der regionalen Ballung die Tätergruppe aus der Gegend kommt. Das Sicherheitsgefühl wird dadurch angefasst“, betont er. Auch Frank H. ist verunsichert: „Was kommt als Nächstes?“
Auf einen bestimmten Verdacht will sich derzeit niemand festlegen. Wohl auch, da die polizeilichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Nach Heimat-Echo-Informationen sollen Anwohner bald mit Flugblättern der Polizei informiert und zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgefordert werden. Der geschädigte Anwohner zweifelt jedoch die Effektivität dieser Aktion an. Er fragt sich, „was das bringen soll“, zumal die Taten immer in der Nacht, oft am Wochenende, verübt werden. „Wer ist da denn wach?“, so der geschädigte Kombi-Fahrer. Wichtiger wäre den Anwohnern, dass die Polizei häufiger durch die Straßen Streife fährt. Das fordert auch Dennis Thering: „Sachbeschädigung ist kein Kavaliersdelikt und muss konsequent verfolgt werden. Die Polizeipräsenz muss in dem Bereich jetzt deutlich erhöht werden.“


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