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Leser-Echo - Ausgabe 12.02.2020

Zum Artikel „Was passiert am Buchenkamp?“ vom 5. Februar 2020

Meiner Meinung nach wird um dieses Thema zu viel Wirbel gemacht. Ich spaziere häufig am Freitag und/oder Sonnabend und/oder Sonntag zwischen 14 und 16 Uhr durch dieses Gebiet, ohne viele Gleichgesinnte zu treffen. Das Verhältnis zwischen den wenigen Spaziergängern als Nutzer und den vielen Wohnraumsuchenden als Nutzer ist unausgeglichen. Am Kiebitzmoor vorbei könnte bis hinter den Sengana-Hof vernünftig gebaut werden. Für die Pflanzen- und Tierwelt bleibt reichlich Fläche, z.B. ab Freibad bis Friedhof. Für Tier und Mensch stehen außerdem der Volksdorfer Wald und die Teichwiesen zur Verfügung.
Was ist eigentlich mit dem Gebiet hinter Kölle, vorbei am Mellenberg bis Philips geplant? Bauland ist für ALLE da, und zur Dämpfung der Quadratmeterpreise sollte dieses in vollem Umfang und schnell genutzt werden, um die Spaltung in der Gesellschaft nicht größerer werden zu lassen. Erinnert man, ob 1960 bei der Bebauung des Ferck’schen Land für den Heinsonweg (mein Wohnsitz) auch ein solcher Aufstand gemacht wurde? Am ersten Buchenkamp-Objekt siegte die Vernunft mit einer angepassten Bauweise und genügender Anzahl für das Vorhandensein der U-Bahn-Station.
Peter Meyer-Dassow,
22359 HH-Volksdorf

Dank Ihres Berichts erfährt die Öffentlichkeit überhaupt noch etwas zum Bebauungsplan Volksdorf 46/Buchenkamp. Ansonsten hüllen sich Politik und Verwaltung in Schweigen. Der gesamte Vorgang vom Beginn bis heute mutet sehr dubios, streckenweise geheimnisvoll an. Aufgrund jetziger vager, nichtssagender oder nicht nachvollziehbarer Aussagen der Politik muss man vermuten, dass hier wohl ohne großes Aufsehen weiter an der Machbarkeit einer Bebauung gestrickt werden soll, die in der Bevölkerung bisher höchst umstritten ist. In einem schnellen Endspurt will man richten, was Jahre gegen den Widerstand der Anwohner nicht möglich war. Der Zeitdruck hierfür ist hausgemacht und sicher politisch gewollt, zielgerichtet ist er in jedem Fall. Aber ist er auch legal?
Erfreulicherweise führt man Bürger nicht mehr so leicht hinters Licht. Am Wohldorfer Wald hat ein Gericht die Bauabsichten des Senats nach jahrzehntelangem Widerstand der Ohlstedter endgültig beendet. In Rahlstedt klagt der BUND aktuell gegen die Zerstörung von Landschaft und Biotopen, ebenso formiert sich der Protest in Billwerder gegen ein Großprojekt, das in riesigem Ausmaß Natur zerstören wird. Folgen müssten am Buchenkamp nun dringend ähnliche notwendige Korrekturen durch die Zivilgesellschaft. Die Demokratie braucht verantwortungsbewusste und engagierte Bürger, um politische Fehlentwicklungen zu benennen und zu verhindern, wie sie in den letzten fünf Jahren unter dem rot-grünen Senat entstanden sind.
Niels Hanßen,
Hamburger Landschafts- und Klimaschutzverband e.V.

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