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Seit 125 Jahren einsatzbereit - Ausgabe 15.05.2019

Freiwillige Feuerwehr Wohldorf feierte mit Prominenz

Wohldorf-Ohlstedt – Was tun, wenn’s brennt? Eine brennende Frage, die man sich in Wohldorf schon seit weit über einem Jahrhundert nicht mehr stellt. Schließlich liegt die Antwort auf der Hand.
Robert Cherkowski
Seit 125 Jahren ist man in Wohldorf für Ernstfälle aller Art gewappnet. So lange schon vertraut man im Stadtteil auf die Dienste der Freiwilligen Feuerwehr, deren Mitglieder sich zuletzt anlässlich des Jubiläums in ihrem Vereinshaus in der Wohldorfer Herrenhausallee einfanden, um einander gebührlich zu feiern, zurückzublicken und anzustoßen auf eineinviertel Jahrhunderte ständiger Bereitschaft. Gelöscht wurde an diesem Abend lediglich der Durst. Seit über 20 Jahren ist auch der aktuelle Wehrführer Jörg Hartmann ein Teil der Wohldorfer Brandschützer. 1998 verschlug es den hauptberuflichen Ranger im Dienste des Naturschutzamts beruflich in die nördliche Peripherie, wo er sich alsbald für die lokale Feuerwehr zu engagieren begann: „Ich war damals 28 Jahre und hatte bis dahin recht wenige Be­rührungspunkte mit dem Alltag der Feuerwehr gehabt. Das sollte sich aber schnell ändern.“

Einsatz der Frauen wird wertgeschätzt
Dass er der guten Sache so lange treu bleiben, er über die Jahre im Rang aufsteigen, Verantwortungen übernehmen und schließlich in der Funktion des Wehrführers als Laudator durch die Jubiläumsfeierlichkeiten führen würde, hätte er nicht gedacht. So zeigte er sich vor seinen ersten Worten vor Publikum dann auch ähnlich aufgeregt wie vor dem Ernstfall. Als Gäste begrüßte er unter anderem Innensenator Andy Grote (SPD) sowie den leitenden Branddirektor der Stadt Hamburg Dr. Christian Schwarz, die lobende Worte über die Bedeutung freiwilliger Feuerwehr im Allgemeinen sowie das Engagement der Wohldorfer im Speziellen verloren. So nutzte Grote die Gelegenheit, auf das Engagement von Frauen wie Wiebke Hahn bei der Wohldorfer Wehr hinzuweisen, deren Einsatz seit 1992 die Wohldorfer durch personell schwach bestellte Zeiten zu bestehen half.

Die meisten Einsätze ­gelten der Ersthilfe
Die meisten Einsätze, zu denen die 17 männlichen und zwei weiblichen Mitglieder gerufen werden, fallen in den Bereich der Ersthilfe, wie Hartmann zu berichten weiß: „Wir sind für den Raum von Duvenstedt am Alsterblick über den Schleusenstieg und die Freiluftschule Wohldorfer Wald bis hin zur Grenze Schleswig-Holstein zuständig. Das ist recht weit draußen und so kommt es, dass wir häufig die ersten sind, die vor Ort eintreffen und erste Hilfe leisten. Für so was sind wir geschult und dazu gehört unter anderem auch die Bedienung von Defibrillatoren, mit denen wir im Zweifelsfall umgehen können.“ Das klassische Feuer als solches kommt eher selten vor und ließ die Wohldorfer im vergangenen Jahr insgesamt nur siebenmal für Löscharbeiten anrücken. Und doch: In den Annalen der Wohldorfer Brandgeschichte finden sich einige prominente Feuer wie jenes am „Hotel zur Schleuse” (15.7.1923 nach Blitz­einschlag), die ­Brände am „Wohldorfer Hof“ (9.11.1949, 28.8.1962, 23.5.1992) oder das Feuer im Gasthaus „Zum Bäcker“ (23.4.2010), an deren Löscharbeiten man sich beteiligte.

Erinnerungen eines
Wehrführers
Seinen ersten Einsatz hat Hartmann indes nie vergessen. „Es war ein typischer Ersthilfe-Einsatz. Nichts Großes oder Spektakuläres, aber eben doch sehr aufregend. Ich weiß noch, dass es damals diese Beeper gab, mit denen man kontaktiert wurde. Als es anging, war ich erst mal nervös, weil man ja nie weiß, was da jetzt auf einen zukommt.“ Auch den Sprung ins kalte Wasser hat Hartmann gut überstanden und so macht er sich seitdem daran, die Neulinge dieser Tage so gewissenhaft an die Dienste vom Brandschutz bis zur Ersthilfe heranzuführen, wie er es einst erfahren hat, sodass ein jeder bereit ist, wenn der nächste Einsatz ansteht.


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