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Anzeige wegen Nachtfluglärms

Bürgerinitiative kritisiert fortwährende Verletzung des Nachtflugverbots

Alstertal/Walddörfer – Der tägliche Verstoß gegen die Nachtflugbeschränkung am Hamburger Flughafen muss nach Auffassung von Martin Mosel, Sprecher der Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW), sofort ein Ende finden.

Die „Selbstgenehmigungsphase“ von 23 bis 24 Uhr für mutmaßlich „unvermeidbare“ Verspätungen werde in diesem Jahr in rekordverdächtiger Anzahl in Anspruch genommen. Auch die Zahl der Starts und Landungen nach
0 Uhr werde einen neuen Negativrekord erreichen.
Vor allem die Fluggesellschaft EasyJet ist im Visier der BAW. Ohne die erforderliche Ausnahmegenehmigung starte und lande EasyJet mittler­weile sogar nach Mitternacht und „nötigt mit diesem offen rechtswidrigen Verhalten die Betroffenen in den Ein- und Abflugschneisen. Der Bevölkerung wird vorsätzlich die gesetzlich geschützte Nachtruhe entzogen.“ Das gelte auch für andere Airlines. In der Nacht zum 31. Juli etwa seien weit nach Mitternacht zwei Flugzeuge von EasyJet und Eurowings ohne erforderliche Ausnahmegenehmigung gestartet.

BAW sieht rote Linie ­überschritten

Für BAW-Sprecher Mosel wird damit eine rote Linie überschritten: „Die vorsätzliche Körperverletzung durch vermeidbaren Fluglärm, bestätigt mit vielen anerkannten medizinischen Studien, muss jetzt ein Ende haben. Wir unterstützen als Bürgerinitiative die Betroffenen bei einer Straf­anzeige gegen die verantwortlichen Piloten und deren Helfer bei Flughafen und Flug­sicherung.“
Mosel spricht von einer möglichen Mittäterschaft von Flughafen und Lotsen: „Nur mit Billigung des Flughafens als wirtschaftlicher Nutznießer der Start- und Landeentgelte mit bis zu 700 Prozent Aufschlägen und der Freigabe der Starts und Landungen durch die Deutsche Flugsicherung – trotz der fehlenden Ausnahmegenehmigungen – ist dieser Rechtsbruch zu vollenden, was aus meiner Sicht Beihilfe ist“, so Mosel. (os)


fdjs