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„Entwarnung“ für Anwohner

Zu wenig Häuser an der Lottbek für eine Ausweisung als Überschwemmungsgebiet

Im Sommer vergangenen Jahres hat der Hamburger Senat mehrere Bereiche in Hamburg zum Überschwemmungsgebiet erklärt – auch die Lottbek, die Ammersbek und die Berner Au.
Mit diesen Überschwemmungsgebieten sollen Flächen gesichert werden, die bei Starkregen oder Hochwasser als Reserveflächen für Bäche und Flüsse dienen.

Anwohner wehren sich

Speziell im Bereich Berner Au gab es erhebliche Proteste gegen die Ausweisung als Überschwemmungsgebiet. Anwohner werden in ihren Rechten massiv beeinträchtigt, wenn sie auf ihren Grundstücken bauliche Veränderungen vornehmen wollen. Selbst das Aufstellen eines Gartenhauses könnte zum Problemfall werden. Solche Einschränkungen mindern auch den Wert von Immobilien, da sie nicht beliebig verändert werden können.
Für die Lottbek konnte jetzt „Entwarnung” gegeben werden. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hat erklärt, dass die vorliegenden Zahlen dort kein Überschwemmungsgebiet rechtfertigen. Auf der relevanten Fläche befinden sich nur neun Häuser, als Überschwemmungsgebiet gilt ein Bereich erst ab zehn Häusern.

Politik begrüßt Überprüfung

Dr. Andreas Dressel aus Volksdorf, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bürgerschaft: „Die bereits vor der Wahl zu­­ge­sagte und gestartete Komplettüberprüfung der Aus­weisung zum Überschwemmungsgebiet hat erste Ergebnisse gebracht. Ich freue mich, dass die Bürger an der Lottbek nun Planungssicherheit haben. Die Berner Au ist als nächstes dran. Sollte es dort bei der Ausweisung als Überschwemmungsgebiet bleiben, wird es einen umfangreichen Instrumentenkasten geben, der den Bürgern die Besorgnis im Hinblick auf die Nutzbarkeit ihrer Grundstücke nehmen wird. Umweltbehörde und Regierungsfraktionen nehmen die Sorgen vor Ort ernst.”
Christiane Blömeke aus Wohldorf-Ohlstedt, Bürgerschaftsabgeordnete der Grünen: „Ich freue mich, dass die aus meiner Sicht völlig überzogene Ausweisung der Grundstücke an der Lottbek als Überschwemmungsgebiete durch die neue, grün geführte Umweltbehörde rückgängig gemacht wurde. Auch die eingeforderte direkte Information der Anliegerinnen und Anlieger ist ein Fortschritt, den der neue Grüne Umweltsenator Jens Kerstan jetzt umgesetzt hat. Es ist gut, dass die Anwohner an der Lottbek ihre Grundstücke jetzt ohne Einschränkungen weiter nutzen können, und ich hoffe, dass dies auch bald für die übrigen Gebiete, also auch Berner
Au, gilt.”
Der Volksdorfer CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Thilo Klei­bauer: „Die Festlegung der Überschwemmungsgebiete war unverhältnismäßig und intransparent. An der Lottbek war von Anfang an zu erkennen, dass die Signifikanz­grenze für ein Überschwemmungsgebiet gar nicht erreicht wurde. Ich freue mich, dass die Behörde jetzt ihren Fehler korrigiert hat. Auch an der Berner Au müssen die vielen fundierten Stellungnahmen der Anwohner nun endlich ernst genommen werden. Es kann nicht sein, dass die zuständigen Stellen Maßnahmen zum Hochwasserschutz lange vernachlässigen und dann versuchen, das Thema komplett auf die Grundeigentümer abzuwälzen. Hier ist durch das restriktive Vor­gehen der Umweltbehörde schon viel Vertrauen in staatliches Handeln zerstört worden.” (ed)