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Einsatz gegen Fluglärm in Duvenstedt

Bürgerinitiative Alstertal/Walddörfer/Ahrensburg sorgt sich um zunehmende Flugbewegungen

Der Flughafen Hamburg feiert in diesen Tagen neue Rekorde bei Passagierzahlen und Flügen. Das bedeutet für die vom Fluglärm betroffenen Bewohner im Nordosten Ham­burgs weitere Belästigungen.
Die Initiative, die gemeinsam mit Politik und Flughafen einen 16-Punkte-Plan verabschiedet hatte, ist enttäuscht:
„Die Piloten mussten sogar bei schwerem Orkan mit Gefahr für Leib und Leben in Hamburg landen, um die rekordverdächtigen Zahlen zu belegen“, so Martin Mosel, Sprecher der Initiative. „Das Wachstum des Flughafens wird auf dem Rücken der Anwohner und Fluglärmbetroffenen ausgetragen. Rund 100.000 Bürgerinnen und Bürger sind in Hamburg von Fluglärm betroffen. Doch die zweifelhafte Bilanz des Flughafens hat noch eine weitere Schattenseite.

Flugbewegungen
nehmen zu

„Nicht nur die Anzahl der abgefertigten Passagiere ist gestiegen, auch die Anzahl der Flugbewegungen hat mit sieben Prozent deutlich zugelegt. Dieser Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort“, so Mosel weiter. Ferner kritisiert Mosel die Landeanflüge während des Orkans „Niklas“ in der vergangenen Woche. Seitenwinde auf allen vier Landebahn-Richtungen überstiegen mit 26,4 bis 26,8 Knoten im Durchschnitt sowie 39,6 bis 44,1 Knoten in Böen zum Teil sogar die Zulassungsbeschränkungen einzelner Flugzeugtypen. Es gab zahlreiche Durchstartmanöver, doch weder der Flughafen Hamburg noch die Deutsche Flugsicherung sind eingeschritten.
Landungen waren den Piloten überlassen. „Was muss erst passieren, bis der Profitgier der Fluggesellschaften Einhalt geboten wird“, empört sich Mosel. Und weiter: „Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation gibt vor, dass bereits ab 15 Knoten Seitenwind nicht mehr nach dem Gebot der Lärm-Minimierung zu landen ist, sondern dass die Sicherheit vorgeht.“
Die Bürgerinitiative Alstertal/Walddörfer/Ahrensburg klagt nicht generell über Fluglärmbelästigung. Ihr geht es um die massiven Störungen durch verkürzte und vermehrte Anflüge, die über dem Nordosten Hamburgs stattfinden. Seit mehr als zwei Jahren engagieren sich die Fluglärmbetroffenen dafür, dass die Anflüge auf bestimmte Routen gleichmäßig verteilt und die Anflug­entfernungen exakt eingehalten werden.
 Auch Anflüge außerhalb der vorgegebenen Zeiten sollen deutlich reduziert werden. Seit geraumer Zeit steigt die Zahl der sogenannten Nacht­flüge, bei denen die Maschinen erst nach 23 Uhr in Fuhlsbüttel landen. Das raubt vielen Menschen den Schlaf. (ed)