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Eigentümer beseitigt keine Schäden an und in den denkmalgeschützten Häusern an der Rittmeisterkoppel

Bewusster Verfall der Volksdorfer Siedlung?

(ed) Die Anwohner sind zutiefst besorgt: Die 1937 erbauten Häuser in der Siedlung am Rande Volksdorfs zwischen dem U-Bahnhof Buckhorn und dem Waldbad am Moorbekweg weisen starke Verfallserscheinungen auf. Hauswände verkommen, die Fensterrahmen faulen schon an einigen Stellen, Kellerräume sind durchfeuchtet, Dächer und Schornsteine erodieren. Der Eigentümer hat trotz diverser Anläufe seitens der Bewohner und des Denkmalschutzamtes bisher nicht reagiert.
Am morgigen Donnerstag wird sich der Regionalausschuss Walddörfer mit dem Thema beschäftigen. Die SPD hat einen Antrag eingereicht und hofft auf breite Unterstützung aller Parteien. Die Sozialdemokraten befürchten, dass der Eigentümer die Häuser dem Verfall preisgibt. Das Denkmalschutzamt Hamburg ist seit Jahren im Kontakt mit dem Eigentümer. Die zuständigen Fachbehörden sollen in Kooperation mit dem Denkmalschutz die Situation vor Ort prüfen und anschließend dem politischen Gremium über die Ergebnisse berichten.
In den 90er Jahren plante der damalige Eigentümer, in den großen Gärten moderne Eigentumsreihenhäuser zu errichten. Die damals ad hoc gegründete Mieter-Initiative wehrte sich letztlich erfolgreich dagegen. 2007 wurde das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz gestellt.
In allen Gebäuden an der Rittmeisterkoppel gibt es Mietwohnungen zu marktüblichen Preisen. Die Häuser wurden im Dritten Reich errichtet, um auch „Normalbürgern” ein Wohnen im Grünen zu ermöglich. Die Wohnungen sind rund 50 Qua­dratmeter groß und unterkellert. Die Gärten wurden ursprünglich bewusst recht großzügig bemessen, damit die Bewohner dort Obst und Gemüse zur Selbstversorgung anpflanzen konn­ten. Zudem galt der Garten früher als zusätzlicher „Wohnraum” in der warmen Jahreszeit. Heutigen Ansprüchen an Baurecht werden die Häuser nicht mehr gerecht, Wärmedäm­mung gibt es kaum.
Inzwischen hat sich in der Rittmeisterkoppel ein generationen­übergreifendes Wohnen eta­bliert. Zahlreiche jüngere Familien haben dort ihr neues Zuhause gefunden. Viele Menschen leben schon seit Jahrzehnten dort, eine gesunde Mischung von Menschen aus verschiedenen Al­­tersgruppen. Alle fühlen sich wohl.
Die Politik wird sich jetzt einschalten und versuchen, den Eigentümer zu überzeugen, die Häuser zu erhalten – damit die kleine Siedlung auch weiterhin ein Kleinod bleibt.


fdjs