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Niemals geht man so ganz …

Hans-Jürgen von Appen zieht sich von der Spitze des Heimatbunds Lemsahl-Mellingstedt zurück. Nachfolger gesucht

Von Oliver Spatz

Lemsahl-Mellingstedt – Man kann durchaus von einer Ära sprechen, die vergangene Woche in dem zwischen ­Poppenbüttel und Duvenstedt gelegenen Walddorf zu Ende gegangen ist. Nach 18 Jahren im Amt trat Hans-Jürgen
von Appen nicht erneut als 1. Vorsitzender des Heimatbunds Lemsahl-Melling­stedt zur Wahl an.

Ob seine Fußstapfen zu groß erscheinen? Jedenfalls hat sich bis zur Mitgliederversammlung niemand gemeldet, um von Appens direkte Nachfolge anzutreten. Die bishe­rige 2. Vorsitzende Anja von Wagner-Spielhagen bleibt auf ihrem Posten und fungiert bis auf Weiteres nach außen als Ansprechpartnerin des Vereins; auch die übrigen Mitstreiter des Vorstands machen weiter. In den kommenden zwei Jahren wollen sie nun in Ruhe jemanden suchen, vorerst wird der 1. Vorsitz also nicht neu besetzt. In dem eingespielten Team werden daher alle fortan etwas mehr Arbeit übernehmen müssen. „Es ist schwer, die Lücke zu füllen, die Hans-Jürgen von Appen hinterlässt“, meint von Wagner-Spielhagen. Wer sich berufen fühlt: „Man muss Zeit mitbringen, Leidenschaft für die Re­gion und ihre Bewohner mit­bringen, repräsentieren können und manches mehr“, zählt die alte und neue Vize-Vor­sitzende einige „Bewerbungsvoraussetzungen“ auf. Interessierte sind herzlich zu Vorstandssitzungen eingeladen.

Aufhören … fast

Seit zwei Jahrzehnten ist Hans-Jürgen von Appen im Vorstand des Heimatbunds. Jetzt, mit 76 Jahren, ist für ihn Schluss – zumindest an der Spitze. „Es soll keiner sagen, der kann ja nicht aufhören“, so von Appen gegenüber der Heimat-Echo-Redaktion. Von Appen steht aber weiterhin zur Verfügung, kümmert sich um das Feld der Politik, um die Mitgliederverwaltung, arbeitet am Aufbau eines Stadtteilarchivs und möchte seinen Nachfolger, wenn der denn einmal feststeht, auch in die Strukturen einführen, mit wichtigen Personen in der Politik und auf anderen Feldern bekannt machen. Schließlich liegt ihm der Heimatbund – der einzige Heimatverein der Region mit Zuwachs – weiterhin sehr am Herzen. 710 Mitglieder hat der Bürgerverein aktuell, hat von Appen jüngst nachgezählt – eine ziemlich gute Quote für das rund 7.000 Einwohner zählende Dorf. Unter den Mitgliedern sind auch einige jüngere, „der Altersschnitt ist im Vergleich mit anderen Vereinen dieser Art durchaus in Ordnung“, meint von Appen.

Worum kümmert sich der Heimatbund?

Der Heimatbund Lemsahl-Mellingstedt besteht seit 1964 und versteht sich seit Beginn als politisch neutrale Interessenvertretung aller Bewohner des Stadtteils. Er nimmt die kommunalen Anliegen des Ortsteils wahr, fördert den Naturschutz und organisiert jährlich rund ein Dutzend Veranstaltungen, darunter etwa der Musikfrühschoppen, die Einschulung der Erstklässler mit Trecker und historischen Wagen oder das Schweinelotto.
Im Dialog mit Behörden, Parteien und Vereinen weist der Bürgerverein auf Missstände oder aus seiner Sicht notwendige Maßnahmen hin, trägt zu einer attraktiven Stadtteilentwicklung, zu Landschaftspflege und Umweltschutz bei, setzt sich für die Verbesserung der ­Verkehrswege und -sicherheit durch Gespräche mit Behörden und Polizei ein und informiert die Lemsahl-Mellingstedter über örtliche Belange und aktuelle Entwicklungen in seiner Zeitschrift „Lemsahl-Melling­stedt aktuell“. Die Mitgliedschaft im Heimatbund kostet
7 Euro pro Jahr für Einzel­personen und 11 Euro für Ehepaare. Weitere Informationen sind online zu finden unter
www.heimatbund-lm.de. 


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