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Mehr Sonne für den Kohdiek

Der NABU Walddörfer begünstigt durch Baumfällaktionen die Ufervegetation

Bergstedt – Gemeinsam mit engagierten Mitarbeitern der Gärtnerei am Stüffel war Heinz-Werner Steckhan vom NABU Walddörfer Ende Februar am Bergstedter Kohdiek wieder in Sachen Baumfällen aktiv. Diese Arbeit ist wichtig: Der Teich bekommt so mehr Licht und die Ufervegetation entwickelt sich wieder besser. Diese wird von Amphibien dringend für die Laichabgabe gebraucht – zum Beispiel wickeln Erd- und Knoblauchkröten ihre Laichschnüre um die Pflanzenstängel, Frösche legen ihre Laichballen mitten zwischen die Pflanzen und Molche wickeln einzelne Eier in die Unterwasserblätter.

Rückblende

Kennen tut Heinz-Werner Steckhahn den Kohdiek seit den frühen fünfziger Jahren: „Damals herrschte dort noch eine große Biodiversität an Amphibien“, erinnert er sich. „Im Kohdiek lebten Teichfrosch, Grasfrosch, Erdkröte, Moorfrosch, Knoblauchkröte, Laubfrosch und sogar die Gelbbauchunke. An Molchen gab es den Kammmolch und den kleineren Teichmolch.“ Seither hat sich vieles verändert. Seit 1988 betreut Steckhan die Bergstedter Teichkette gemeinsam mit der Grundschule Bergstedt. Damals wurde der Teich entschlammt, große Radlader fuhren im abgelassenen Teich um die Schlammschicht abzutragen. Von der Pflanzenwelt war danach so gut wie nichts mehr vorhanden. „Mit den Schülern „impften“ wir daher in mehreren Arbeitseinsätzen den Flachwasserbereich am Ufer wieder mit heimischen Wasserpflanzen, die sich prächtig entwickelten,“ sagt Steckhahn. „Leider wurden dann aber in Ufernähe viele schnellwachsende Bäume wie Pappeln und Erlen groß und der Teich wurde immer mehr abgeschattet, kontraproduktiv für die Flora. Im Laufe der Jahre verschwand die Ufervegetation fast vollständig und mit ihm die Amphibien.“

Größere Artenvielfalt

Vor einigen Jahren dann endlich die Wende: Der Arbeitskreis Walddörfer bekam die Genehmigung mit eigenen, ausgebildeten Leuten Bäume zu fällen. Das Kronenholz wurde zu einem Wall aufgebaut, das inzwischen von Him- und Brombeeren durchwachsen ist und Kleinsäugern und auch Vögeln Unterschlupf und Nahrung bietet. Diese Arbeit, Bäume zur besseren Belichtung des Teiches zu fällen, hat Jahre in Anspruch genommen, zeigt aber Wirkung: Im Uferbereich hat sich wieder die gewünschte Vegetation ausgebreitet. Heinz-Werner Steckhan ist froh über die Unterstützung, die er in der Gärtnerei am Stüffel gefunden hat: „Bei Fällungen und den Kronenholzverbau habe ich seit einigen Jahren einen kompetenten Partner, die Gärtnerei am Stüffel. Die Mannschaft hat ausgebildete Säger und viele unendlich engagierte Helfer, die mit Freude bei der Arbeit sind.“
„Wir werden wohl nie wieder die Artenvielfalt vergangener Tage am Kohdiek bekommen“, bedauert Steckhan. „Aber ich hoffe, wenn die Bedingungen für die Amphibien verbessert sind, werden vom Muusdiek, dem nachfolgenden Teich im Lohbekverlauf, einige Arten in den Kohdiek einwandern. Im Muusdiek, der immer gut besonnt und eine reiche Pflanzenvegetation aufweist, leben nachweislich Teichfrosch, Grasfrosch, Erdkröte, Teichmolch und Kammmolch. Gerade der Kammmolch, früher im Kohdiek häufig, genießt einen hohen Schutz durch die FFH(1) Richtlinie der EU.“ (hws/sl)


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