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Baupläne für den Bredenbekkamp

Noch viele Fragezeichen vor der öffentlichen Auslegung

Der Planungsausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek hat vor kurzem die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans Wohldorf-Ohl­stedt 19 beschlossen. Bereits im April sollen die Pläne im Bezirksamt ausgelegt werden. Die Absicht, das Grundstück des ehemaligen Pestalozzi-Dorfes am Bredenbekkamp zu bebauen, reicht bis ins Jahr 2003 zurück als der damalige CDU-Senat das brach liegende Areal für seine Wachsende Stadt entdeckte.

Seit 2012 plant die rot-grüne Koalition im Bezirk Wandsbek die Bebauung des Areals. Jetzt nicht mehr nur mit Einzel- oder Doppelhäusern, sondern mit einem Mix aus unterschiedlichen Gebäuden. Vorgesehen sind 74 Wohneinheiten in sieben Einzelhäusern, 14 Doppelhaushälften, 29 Reihenhäusern und vier so genannten Stadtvillen mit 24 Wohneinheiten im geförderten Wohnungsbau. Der Bebauungsplan zeichnet sich durch den Grünerhalt eines großen Teils des Areals aus. SPD und Grüne möchten hier eine ökologisch ausgerichtete, familienfreundliche Wohnbebauung schaffen. U.a. werden alle Gebäude im IFB 40 Energie-Effizienzhaus-Standard errichtet werden, die Dachflächen sollen Solar-Anlagen bekommen. Außerdem wird der Aufbau einer Infrastruktur für Elektromobilität umgesetzt.
Bei der Familienfreundlichkeit hakte es jedoch von Anfang an. Zwar befindet sich auf dem Gelände seit 2001 die Kindertagesstätte Kinderkreisel, die Einrichtung ist allerdings bei Eltern sehr beliebt: Zurzeit gibt es eine Warteliste bis 2019, obwohl die Kita 2015 durch einen Neubau mit Krippenplätzen erweitert wurde. Plätze für die Kinder der neuen Häuser in unmittelbarer Nachbarschaft gibt es dadurch aber nicht, denn eine Erweiterung der Kita war zwar angedacht, bisher war aber keine Fläche dafür vorgesehen. Offenbar wurde es versäumt, den Investor dazu zu verpflichten. Um für die Zukunft genügend Kita-Plätze zur Verfügung stellen zu können haben sich GRÜNE und SPD mit der Kita-Leitung und der Verwaltung auf eine Lösung geeinigt, bei der möglichst wenig Grünfläche zusätzlich in Anspruch genommen wird. Dafür wurde jetzt die Fläche westlich direkt neben dem Bestandshaus des Kinderkreisels als Erweiterungsfläche für die Kita gesichert. Doch wie schon in anderen Fällen fehlt es nun am Geld. Die Krippenausbaumittel sind aufgebraucht, so dass der Kinderkreisel zurzeit gar nicht die Möglichkeit hat, einen weiteren Neubau zu finanzieren.
Offen ist auch noch die Anbindung des Neubaugebietes an den U-Bahn-Wanderweg, die von den Bürgern angeregt worden war. Im Bebauungsplan ist dafür schon eine Wegverbindung vorgesehen, doch wer die notwendige Untertunnelung des Bahndamms finanziert, ist bisher offen. Die Verwaltung hatte es auch hier versäumt, die Verpflichtung des Bauherren zum Bau des Tunnels in die Ausschreibung aufzunehmen.
Unstrittig ist hingegen, dass vor allem die südlichen Wiesen als extensives Grünland und Landschaftsschutzgebiet und der Wald im mittleren Teil zum Teil sogar als Biotop gesichert werden. (du)


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