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Neues Löschfahrzeug für Hummelsbüttel

Bessere Technik bringt deutlichen Fortschritt. Weitere Freiwillige Feuerwehren aufgerüstet

Hummelsbüttel – „Euro 6, extrem helle LED-Blaulichter und ein Lichtmast mit ebensolcher Ausleuchtung, ein Navigationsgerät mit Informationen für die Anfahrt zur Einsatzstelle …“ Wer Florian Rose auf „sein“ neues Fahrzeug anspricht, der bekommt leuchtende Augen zu sehen und Fachinformationen im Stakkato genannt.
Der 30-Jährige ist seit einigen Monaten Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Hummelsbüttel, nachdem sein Vorgänger das Leitungsamt aus persönlichen Gründen aufgab. Nun hat der Chef der Hummelsbütteler Feuerwehrfrauen und -männer das neue „HLF 20“ übergeben bekommen. 16 Tonnen geballte Kraft für nahezu jeden erdenklichen Einsatzfall: „Wir haben nun auch richtiges Werkzeug für Türöffnungen an Bord. Jede Einsatzkraft hat eine eigene Lampe, die direkt im Fahrzeug geladen wird. So etwas gab es bisher nicht“, erklärt der Wehrführer sein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug. 1.600 Liter Wasser sind ebenso an Bord wie unterschiedliche Werkzeuge für die technische Hilfeleistung (Hebekissen, Schere und Spreizer) und die Brandbekämpfung („Hamburg-Force-Strahlrohr“, 30-Meter-Schlauchpaket für den Angriffstrupp). Auffällig: Das Scania-Löschfahrzeug mit einem Aufbau der Firma Magirus sieht deutlich wuchtiger aus als das zweite Löschfahrzeug, das im Gerätehaus steht – und auch größer als der Vorgänger: „Die Maße sind aber nur marginal anders“, erklärt Rose bei einer kleinen Vorstellung am Feuerwehrhaus.

Schon im Einsatz bewährt

Was sich jedoch geändert hat: Ein elektrischer Lichtmast kann nun schnell Einsatzstellen fast wie Tageslicht erhellen. LED-Technik sei Dank. Am Heck sind „sechs B-Schläuche mit einer Länge von 20 Metern auf einer Haspel verlastet“, wie es bei der Feuerwehr heißt. Diese kann aber vom Maschinisten, so wird der Fahrer und Bediener der Geräte genannt, allein abgenommen werden. „Bisher waren es acht Schläuche, und es waren für das Abnehmen der Haspel zwei Kameraden nötig.“ Rose findet hier ein kleines Haar in der Neufahrzeug-Suppe: „Die Haspel muss immer abgenommen werden, wenn man die hinter der großen Klappe gelegene Pumpe nutzen will …“ Doch er wäre nicht seit 20 Jahren in der Feuerwehr aktiv, wenn er nicht schnell wieder auf die Vorzüge des Fahrzeugs zu sprechen kommen würde: „Wir haben das Fahrzeug am Dienstag bekommen und am Freitag bereits den ersten größeren Einsatz damit gefahren (das Heimat-Echo berichtete, Anm. d. Red.). Das lief reibungslos. Unsere acht Maschinisten waren zum Glück auf dem neuen Fahrzeug schon eingewiesen worden.“
Alle hoffen, dass der ebenfalls zum ersten Mal in Löschfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr verbaute Unfalldatenschreiber niemals genutzt werden muss. In puncto Sicherheit hat sich ohnehin etwas getan: Nun können sich alle Insassen mit richtigen Dreipunkt-Gurten sichern. „Bei dem Fahrer piept es sogar, sollte er das nicht schon vor Beginn der Fahrt erledigen.“

Motorisierte Verstärkung von Wohldorf bis Poppenbüttel

In Hamburg ist es das erste Mal, dass eine ganze Serie von Fahrzeugen auf dem Fahrgestell des schwedischen Herstellers gebaut wurde. Insgesamt sollen 35 Fahrzeuge die 86 Freiwilligen Feuerwehren beglücken. Neben Hummelsbüttel sind die Stadtteil-Feuerwehren Bergstedt, Ohlstedt, Poppenbüttel, Volksdorf und Wohldorf mit diesem neuen Fahrzeugtyp unterwegs. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute verstärken und unterstützen gemäß Feuerwehrgesetz die Berufsfeuerwehr in Hamburg, leisten aber auch viele Aufgaben allein.
Wer sich das „HLF 20“ aus Hummelsbüttel genauer ansehen möchte, kann entweder in die Wehr eintreten – mit 14 Mädchen und Jungs in der Jugendfeuerwehr und 26 Kameraden in der Einsatzabteilung ist noch Platz für neue Mitglieder – oder bis zum 2. Juni warten: Dann wird zum Tag der offenen Tür zum Stiegstück 2 geladen. (büh)


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