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Der Kommentar - Ausgabe 29.06.2016

Der Senat hat eine gute Idee vorgestellt, indem er die Bevölkerung zur Suche nach neuen Standorten für Flüchtlingsunterkünfte aufforderte. Inzwischen liegen erste Vorschläge vor. Angesichts der möglichen Standorte stellt sich die Frage, ob die Vorschläge von Ortskenntnissen begleitet wurden. Auf den ersten Blick mag für Ortsunkundige die Horstniederung in Volksdorf geeignet erscheinen. Wer aber das Gelände kennt, bekommt schon bei dem Gedanken daran, dort eine Unterkunft zu errichten, ernsthafte Zweifel. Größere Teile der Fläche sind an die Stiftung Museumsdorf Volksdorf verpachtet und werden für die Pferde genutzt. Das gesamte Gelände ist feucht, in der Mitte verläuft ein Abfluss vom Regenwasserauffang­becken Buchenkamp in Richtung Dorfteich. Das ganze Areal müsste geebnet und befestigt werden. Daher kamen die Experten auch schnell zu der Überzeugung, dass die Fläche ungeeignet erscheint. Auch die Fläche neben dem Torhaus Wellingsbüttel wäre nur mit großem Aufwand herzurichten.
Bürgerbeteiligung ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je, die Menschen wollen mitbestimmen. Doch die Bürgerinnen und Bürger sollten – wie in diesem Fall – wissen, wobei sie mitentscheiden wollen. Ortskenntnisse sind bei der Suche nach möglichen Flächen für Flüchtlingsunterbringung nicht nur von Vorteil, sondern elementare Voraussetzung. Außerdem fragt sich bei der jetzigen Entwicklung, ob bei den rückläufigen Flüchtlingszahlen weitere neue Standorte benötigt werden.

Manfred Schult