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Ortskenntnisse in Alstertal und Walddörfern unwichtig? - Ausgabe 29.06.2016

Senat hat direkte Bürgerbeteiligung ermöglicht. Vorschläge für Standorte von Flüchtlingsquartieren im Nordosten zeugen von wenig „Heimatkunde“

Alstertal/Walddörfer – Hamburgs Regierung hat das Projekt „Finding Places“ eingerichtet: Die Hamburger Bevölkerung kann Vorschläge für neue Quartiere für Flüchtlingsunterkünfte direkt anzeigen. Studenten der HafenCity Universität suchen dann die entsprechenden Daten und Fakten für die jeweiligen Flächen zusammen, und die Fachbehörden prüfen, ob die Flächen geeignet sind. Für das Gebiet Alstertal und Walddörfer wurden Flächen benannt, die kaum oder gar nicht dafür geeignet sind, mit einer Unterkunft für Flüchtlinge bebaut zu werden.

Praxisfremde Vorschläge in Volksdorf

Erwähnt wurde das Flurstück 020540-03917 in Volksdorf. Dieses 4.453 Quadratmeter große Grundstück liegt im ­Bebauungsplan Volksdorf 26 zwischen der Eulenkrugstraße und Am Eichenrehmen. In ­einer Ersteinschätzung erscheint diese Fläche geeignet als Standort für ein Quartier. Rund zehn Jahre zuvor war ein Haushaltstitel erwirkt worden, mit dessen Mitteln ein neuer Fußweg in Verlängerung des bestehenden Fußwegs zwischen den alten Eichen entstehen sollte. Rund zehn Jahre später floss das Geld für den Wegebau mitten durch die inzwischen verpachtete Pferdewiese. In zähen und langwierigen Verhandlungen gelang es schließlich, den Weg an der Wiese vorbeizuführen, und die Pferdewiese besteht weiter. Die nächste vorgeschlagene Fläche betrifft das Flurstück 020540-06763, besser bekannt als Horstniederung zwischen dem Pastorenstieg und dem kleinen Wäldchen Horst. Große Teile dieser 14.562 Quadratmeter großen Fläche sind aktuell an den Verein „De Spieker“ verpachtet, die Fläche scheidet laut Experten als ungeeignet aus. Weitere Flurstücke in Volksdorf stehen in der Liste. Bei fast allen erscheint eine Eignung als Standort für Flüchtlingsunterkünfte unwahrscheinlich.

Weitere Flächen in Alstertal und Walddörfern

Bisher wurden Flächen in Duvenstedt, Wellingsbüttel, direkt neben dem Torhaus, am Meiendorfer Mühlenweg und am Redder in Sasel vorgeschlagen. Auch einige dieser Flächen kommen kaum als möglicher künftiger Standort für eine Flüchtlingsunterkunft infrage. Noch können alle Hamburger Vorschläge für neue Standorte für Flüchtlingsquartiere bei der HafenCity Universität einreichen: findingplaces@steg-hamburg.de, Haydnstraße 28, 22761 Hamburg. In den Fachbehörden wird dann binnen zwei Wochen geprüft, ob die Flächen geeignet sind oder nicht. (ed)



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