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Neues Ankunftszentrum in Meiendorf im Testlauf - Ausgabe 18.05.2016

Im Bargkoppelstieg eröffnet zum Monatsende die neue zentrale Erfassungsstelle für Flüchtlinge in Hamburg

Meiendorf – Die neue Zen­trale Erstaufnahme (ZEA) für Flüchtlinge in Hamburg ­eröffnet am 30. Mai. Dann soll das gesamte bisherige Ankunftszentrum endgültig von der Poststraße in Harburg an den Bargkoppelstieg verlegt werden, so Sprecher der Innenbehörde zur aktuellen Planung.
Alle Flüchtlinge, die in Hamburg ankommen, müssen sich künftig hier registrieren lassen. Innensenator Andy Grote (SPD) bezeichnete die neue, gut 40 Millionen Euro teure Anlage, in der mehr als 2000 Menschen zugleich untergebracht werden können, als einen großen Schritt nach vorn.

Kapazitäten auch für starken Zustrom

In Zukunft können hier theoretisch bis zu 1000 Menschen pro Tag registriert werden. Derzeit kommen allerdings nur knapp 40 Flüchtlinge täglich in Hamburg an, heißt es in der Behörde. Man wolle aber keinesfalls erneut in eine Situation wie vergangenen Herbst geraten, als der Zustrom kaum noch zu bewältigen war. Prognosen waren damals schnell überholt. Niemand werde verstehen, wenn Hamburg nicht auch auf stark steigende Flüchtlingszahlen vorbereitet wäre. Daher werde der Senat bis auf Weiteres höhere Kapazitäten vorhalten.

Alles unter einem Dach

Die gesamte Prozedur von der Ersterfassung bis zur Verteilung auf andere Unterkünfte läuft in Meiendorf unter einem Dach. So sollen auch Asylanträge und andere Verwaltungsschritte beschleunigt werden. Im Ankunftszentrum stehen 768 Schlafplätze in Doppelstockbetten bereit. Hier sollen die Schutzsuchenden maximal 48 Stunden bleiben. 
Nach spätestens sieben Tagen sollen sie die Zentrale Erstaufnahme wieder verlassen. Dann werden die Menschen entweder nach dem „Königsteiner Schlüssel“ auf andere Bundesländer weiterverteilt oder in andere Unterkünfte gebracht, etwa in die angrenzende Erstaufnahme. Hier ist Platz für 1120 Menschen, in einer Reservehalle gibt es weitere 384 Schlafplätze.

Behördenmitarbeiter vor Ort

Eingerichtet sind zudem zahlreiche Arbeitsplätze für die Ausländerbehörde, das Hamburger Einwohnerzentralamt und das Bundesamt für Mi­gration und Flüchtlinge. Im Zwei-Schicht-System sollen die Ankommenden registriert werden. Die Bediensteten werden aber laut Behörde bei den aktuell niedrigeren Flüchtlingszahlen nicht in voller Stärke in der neuen Einrichtung arbeiten.

Testlauf im Vorfeld

Derzeit findet ein Testlauf mit mehreren Hundert Komparsen im Ankunftszentrum statt. Dabei werden auch realistische Zwischenfälle inszeniert, etwa eine Rangelei um ein Handy, bei der die Sicherheitskräfte einschreiten müssen. Von dem Probedurchgang verspricht sich die Behörde wertvolle Hinweise auf Lücken im System, die vor Eröffnung noch bereinigt werden können. (os)


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