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Keine Einigung am Poppenbütteler Berg - Ausgabe 13.01.2016

Nach wie vor ist die Größe einer Flüchtlingsunterkunft zwischen Anwohnerinitiative und Politik strittig

Poppenbüttel – Die Anwohner-Initiative „Gemeinsam in Poppenbüttel” und die Politik haben in Gesprächen die jeweiligen Standpunkte benannt. Eine für die Anwohner wichtige Frage konnte bisher nicht geklärt werden.

„Die Behauptung, es habe eine Einigung über die Größe der Folgeunterkunft für Flüchtlinge am Poppenbütteler Berg gegeben, ist falsch”, so die Initiative „Gemeinsam in Poppenbüttel”, und weiter: „Richtig ist, dass es eine Reihe konstruktiver Gespräche zu gestalterischen Fragen und Themen zur aktuellen Ausgestaltung der Bauplanung und der besseren Integration der Flüchtlinge in Poppenbüttel gab. In der zentralen Forderung von „Gemeinsam in Poppenbüttel“, die deutliche Verkleinerung der Kapazität der Unterbringung auf maximal 170 Wohneinheiten mit durchschnittlicher Belegung von fünf Menschen auf der jetzt geplanten Fläche, gibt es nach wie vor keine Bereitschaft für ein Entgegenkommen.“ Die Initiative setze den konstruktiven Dialog im Interesse einer funktionierenden, nachhaltigen Integration der Flüchtlinge fort, werde die Begrenzung auf maximal 170 Wohneinheiten aber weiterhin mit Nachdruck verfolgen, „da wir auf Basis der aktuellen Planung der Stadt die Integrationsfähigkeiten unseres Stadtteils in jeglicher Hinsicht als überfordert ansehen. Hierfür haben wir auch gemeinsam am 4. Januar mit anderen Hamburger Bürgerinitiativen aus der Mitte der Gesellschaft den Dachverband ‘IFI –  Initiativen für erfolgreiche Integration in Hamburg’ gegründet. Uns verbindet das gemeinsame Ziel, uns für integrationspolitisch sinnvolle und nachhaltige Maßnahmen zur Flüchtlingsunterbringung ohne Großunterkünfte und im Interesse eines sicheren Zusammenlebens einzusetzen.” Infos zum  Zusammenschluss der Initiativen gibt es auch im Internet unter www.ifi-hamburg.de.
Dr. Andreas Dressel, SPD-Fraktionschef in der Bürgerschaft, und Christiane Blömeke, Grünen-Fraktionsvize im Hamburger Rathaus, bestätigen die Gespräche: „Wir hatten und haben kontroverse und konstruktive Gespräche, die uns in vielen Fragen näher gebracht haben, aber über die Größe der Einrichtung gab und gibt es keine Verständigung. Wir waren uns aber einig, dass die Nichteinigung über die Größe nicht das Ende der Gespräche bedeuten sollte, da noch etliche offene Punkte für eine funktionierende, nachhaltige Integration vor uns liegen“. Gerade angesichts der Zuspitzung zwischen Politik, Verwaltung und Bürgerinitiativen an vielen Ecken in der Stadt wolle man weiter verantwortlich handeln, im Dialog bleiben und dort, wo immerhin ein Teilkonsens bei den Unterkünften möglich ist, diesen auch weiter ausloten. „Mit einem Gesprächsabbruch wäre niemandem gedient, insbesondere nicht denjenigen unter den Bürgern, die sich um die Größe der Unterkunft Sorgen machen.” (ed)