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Zahlreiche Menschen wollen Spenden für die Flüchtlinge am Ohlstedter Platz abgeben, es fehlen Stühle und Bänke

Große Hilfewelle in Wohldorf-Ohlstedt - Ausgabe 19.08.2015

Wohldorf-Ohlstedt – Vor einer Woche ist auf dem Ohl­stedter Platz eine kleine Zeltstadt entstanden. Bis zu 420 Menschen sollen dort eine Zuflucht finden.

„Es fehlen noch etwa 80 Flüchtlinge, hier sind inzwischen rund 300”, sagt die ehrenamtlich engagierte Ohlstedterin in dem Zelt mit der Aufschrift „Willkommen“. Immer wieder kommen Passanten vorbei, bieten ihre aktive Mithilfe an und geben Spenden in Form von Textilien oder Spielwaren für Kinder ab. „Die Hilfsbereitschaft ist immens, viele Menschen möchten den Flüchtlingen die erste Zeit in Hamburg ein wenig verschönern”, weiß eine andere ehrenamtliche Helferin, die sich wie alle anderen auch spontan zur Verfügung gestellt hat. Spaziergänger, die mit ihren Kindern am Ohl­stedter Platz vorbeikommen, erkundigen sich, was den Menschen jetzt am meisten fehlt.

Sitzgelegenheiten fehlen

Die Zelte sowie die Betten für die Erwachsenen wurden von der Bundeswehr gestellt und aufgebaut. Kinderbetten wurden schon so zahlreich gespendet, dass sogar einige an die Unterkunft in den Messehallen weitergereicht werden konnten. Was jedoch dringend benötigt wird, sind Stühle und Bänke, auch funktionstüchtiges Gartenmobiliar ist willkommen. Wer seine Mithilfe anbieten möchte, kann sich direkt vor Ort an die freiwilligen Helfer wenden. Sie haben Listen, in die man sich eintragen kann. Spenden sind ebenfalls weiterhin gern gesehen. Den aktuellen Stand, was konkret benötigt wird, gibt es auch am Info-Zelt am Ohlstedter Platz.

Behörde prüft Flächen für feste Unterkünfte

„Ein riesiges Dankeschön an die vielen Bürger aus Ohlstedt und Umgebung für das Verständnis und die Solidarität, die sie den Flüchtlingen entgegenbringen. Neben der Betreuung der Unterkunft prüfen die Behörden auch Flächen für feste Unterkünfte in den Walddörfern, denn die Zelte sind nichts für die Dauer und vor allem nichts für den Winter”, so Dr. Andreas Dressel, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bürgerschaft, am Rande eines Ortstermins am Ohlstedter Platz.

Verständigung schwierig, Regeln wichtig

Die meisten der Flüchtlinge am Ohlstedter Platz kommen aus afrikanischen Ländern und aus Syrien. Sie sprechen und verstehen weder Deutsch noch Englisch. Dennoch gelingt zumindest eine geringe Konversation zwischen den Ehrenamtlichen und den Flüchtlingen. Zeichensprache und viel guter Wille helfen bei der alltäg­lichen „Kommunikation”. Klare Verhaltensmaßgaben regeln das Zusammenleben.

Protest hält sich in Grenzen

Natürlich gibt es auch bei der Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften in den Walddörfern Menschen, die nicht damit einverstanden sind. Der Protest ist jedoch in Wohldorf-Ohlstedt nicht ausgeprägter als bei anderen Flüchtlings-Unterkünften in Hamburg.
(ed)