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Was passiert mit dem Haus der Jugend Volksdorf? - Ausgabe 21.08.2013

Massive Kürzungen im Personal- und Sachmitteletat, mögliche Schließung schon Ende September, bis dahin eingeschränktes Angebot

(ed) Das Volksdorfer Haus der Jugend am Ahrensburger Weg 14 steht unmittelbar vor seiner Schließung (das Heimat-Echo berichtete). Das Bezirksamt Wandsbek bemüht sich um ein adäquates Angebot an diesem oder einem anderen Standort in Volksdorf. Bis zum 30 September wird ein deutlich eingeschränkter Betrieb angeboten. Das erfuhr der Volksdorfer CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Thilo Kleibauer jetzt auf Anfrage vom Senat.
Schon seit längerer Zeit ist eine Entkommunalisierung des Hauses in Planung, also die Überführung der Einrichtung an einen privaten Trägerverein. Das Bezirksamt hat bis jetzt keine Ausschreibung für die Suche eines privaten Trägers erstellt. Kritisch sieht Kleibauer auch die vorgesehenen drastischen Kürzungen in der Ausstattung mit Personal- und Sachmitteln.
„Nun trifft die massive Kürzung des SPD-Senats bei den Bezirken das Haus der Jugend Volksdorf. Das Haus der Jugend ist eine feste Institution in der Jugendarbeit in der Region. Der Anteil der 6-18 Jährigen an der Bevölkerung liegt in Volksdorf mit 16,5 Prozent deutlich über dem Landesschnitt von 11 Prozent. Hier muss der Bezirk für eine angemessene Ausstattung des Hauses kämpfen und nicht die einzige staatlich finanzierte Jugendeinrichtung vor Ort ausbluten lassen“, so Kleibauer.
Der Senat bestätigt, dass es bisher für das Haus der Jugend Volksdorf eine personelle Ausstattung mit drei Vollzeit-Stellen gibt. Im Zuge der geplanten Abgabe der Trägerschaft will der Bezirk nur noch zwei Stellen übertragen. Künftig sollen für Personal- und Sachausstattung nur noch 115.000 Euro statt bisher 180.000 Euro zur Verfügung gestellt werden.
Kleibauer: „Offensichtlich ist das Bezirksamt nur daran interessiert, möglichst schnell die Verantwortung für das Haus der Jugend Volksdorf loszuwerden. Die massive Kürzung der Gelder ist für eine Jugendeinrichtung dieser Größe völlig unangemessen. Und obwohl der Bezirksamtsleiter schon vor Monaten beschlossen hat, die Trägerschaft für das Haus aufzugeben, haben keinerlei Gespräche mit den benachbarten Schulen oder den örtlichen Vereinen über eine künftige Ausrichtung der Jugendarbeit in Volksdorf stattgefunden. Hier benötigen wir jetzt schnell Klarheit, damit im Haus der Jugend Volksdorf wieder mehr stattfindet als ein planloses Notfallprogramm.“
Im Zuge einer eigenen Recherche erfuhr die Heimat-Echo-Redaktion, dass es Gespräche seitens mehrerer politischer Fraktionen zumindest mit einem möglichen Träger gegeben hat. Konkrete Ergebnisse für die Zukunft gibt es aber noch nicht.
„Ich bin zuversichtlich, dass Bezirk und Jugendhilfeausschuss zügig die Ausschreibung für die freie Trägerschaft auf den Weg bringen.
wDas bietet die Chance, neue Akzente zu setzen und insbesondere eine noch bessere Verknüpfung mit Sport- und Schulangeboten zu erreichen. Bis dahin erwarte ich vom Bezirksamt ein ausreichendes Übergangsangebot, um die vorhandenen Jugendlichen auch halten zu können“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bürgerschaft, Dr. Andreas Dressel aus Volksdorf.