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Unruhe am Bredenbeker Teich - Ausgabe 12.02.2020

Campingplatz und Strandbad vor dem Aus?

Ahrensburg/Volksdorf – Der Jahresanfang in den Walddörfern „verwöhnt“ uns fast durchgehend mit verhangenem Himmel, aus dem es gefühlt unaufhörlich regnet. Verständlich, wenn sich viele bei diesem Wetter schon auf einen schönen Sommer und einen Tag im Freibad freuen.
Von Matthias Damm
Wer dabei an das Strandbad Bredenbeker Teich denkt, muss tapfer sein, denn der Fortbestand ist nicht gesichert – aller­dings auch nicht ausgeschlossen.
Viele Camping- und Badefreunde fragen sich, wie es mit dem idyllisch gelegenen Ort gut drei Kilometer nördlich von Volksdorf weitergeht. Das Strandbad ist bei passendem Badewetter ein beliebtes Ausflugsziel in wunderschöner Natur. Um den aktuellen Stand der Dinge zu recherchieren, hat die Heimat-Echo-Redaktion den Pächter des Campingplatzes und Freibads, den Grundstückseigentümer sowie die Stadt Ahrensburg um Stellungnahmen gebeten. Seitens des Eigentümers bekamen wir keine Antwort, die Stadt Ahrensburg möchte das Thema wegen eines schwebenden Rechtsstreits zwischen Pächter und Eigentümer nicht kommentieren. Lediglich der Pächter, der Campingplatz Bredenbeker Teich e.V., hat uns über seinen Rechtsbeistand ein umfassendes Statement zukommen lassen, auf das sich dieser ­Artikel weitestgehend stützt.

Was bisher geschah
Demnach kam es wegen der Kündigung des Pachtvertrages mit dem Grundstückseigentümer Anfang 2014 zu einer gerichtlichen Ausei­nandersetzung, an deren Ende das Landgericht Lübeck in einem Teil-Anerkenntnisurteil der Kündigung stattgab. Anerkenntnis seitens des Campingplatz Vereins deshalb, weil schon seinerzeit der Eigentümer signalisierte, dass die Parteien zeitnah über den Abschluss eines neuen Pachtvertrages verhandeln würden.
In der nachfolgenden Zeit duldete der Grundstückseigentümer bis ins Jahr 2019 hinein den Weiterbetrieb von Campingplatz und Schwimmbad, wobei er in Vereinssitzungen, Einzelgesprächen und teilweise schriftlichen Dokumenten immer wieder den Abschluss eines zeitnahen, langfristigen, neuen Pachtvertrags in Aussicht gestellt haben soll. Gleichzeitig gab es Forderungen an den Campingplatz Bredenbeker Teich e.V. bezüglich umfangreicher Baumpflegearbeiten und der Aufstellung von Zäunen und Toren, für die laut Pächter im Jahr 2017 Beträge im unteren sechsstelligen Bereich aufgewendet wurden.
Im August 2019 dann die unerwartete Wende: Der Pächter wurde von den Anwälten des Eigentümers aufgefordert, das Pachtgelände bis zum 31. Dezember 2019 zu räumen.
Der Rechtsbeistand des Campingplatz Bredenbeker Teich e.V. steht heute auf dem Standpunkt, dass der 2016 erreichte Räumungstitel verwirkt sei, weil der Eigentümer in der nachfolgenden Zeit immer wieder bei Aufstellung weiterer Forderungen bezüglich Erhaltungs- und Baumaßnahmen angekündigt hat, einen neuen Pachtvertrag abzuschließen. Da der Eigentümer nicht auf die Vollstreckung des Räumungstitels verzichten wollte, hat der Campingverein im September 2019 beim Landgericht Lübeck eine Vollstreckungsabwehrklage eingereicht, deren mündliche Verhandlung offenbar in den nächsten Wochen erfolgen wird.

Hoffnung auf konstruktive Verhandlungen
Der Verein hofft in seinem Schreiben an das Heimat-Echo, dass es noch zu einer einvernehmlichen Lösung mit dem Grundstückseigentümer kommt, um den knapp 130 Mitgliedern eine Weiternutzung des Campingplatzes und den umliegenden Gemeinden den Betrieb des Strandbads anbieten zu können. Man will sich in den entsprechenden Verhandlungen sehr flexibel und kooperativ zeigen. Aktuell ist geplant, den Campingplatz zu Ostern und das Strandbad am 15. Mai 2020 zu öffnen.
Noch ein Blick nach Rahl­stedt. Auch dort steht das beliebte Freibad am Wiesen­redder auf der Kippe. Laut Wolfgang Trede von der ­Initiative „Rettet das Freibad“ ist es sehr wahrscheinlich, dass das Freibad zugeschüttet wird und dort Wohnungen entstehen. Als Ersatz ist offenbar ein Freibecken neben dem Hallenbad in der Rahlstedter Bahnhofstraße geplant.


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