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Leser-Echo - Ausgabe 15.01.2020

Zum Artikel „Streit und Ärger am Kupferteich“ vom 18. Dezember 2019

Mein Hund und ich gingen bisher eigentlich gerne am Kupferteich spazieren. Glücklicherweise ohne große Angst vor Hunderudeln, aber mit einem inzwischen doch etwas flauen Gefühl im Magen. Als ängstlicher Mensch oder Hund ist man dort absolut fehl am Platze. Leider haben auch wir nämlich schon schlechte Erfahrungen gemacht – mein Hund, der immer versucht, den großen Gruppen aus dem Weg zu gehen, wurde geradezu verfolgt und von einigen Hunden aggressiv attackiert. Teilweise wurde ich gefragt, ob er Verletzungen davongetragen hätte. Immerhin … Ich musste aber auch schon erleben, dass mir eine Hundesitterin vorwarf, mein Hund müsse sich über Angriffe nicht wundern, wenn er in ein „bestehendes Rudel“ hineinliefe – dabei wollte er in dieser Situation einfach nur auf dem Wanderweg an der Gruppe vorbeilaufen! Aber bei 20 oder 30 Hunden ist das nicht so einfach! Ich kenne etliche Leute, die – mit Hund oder ohne – inzwischen den Kupferteich für Spaziergänge meiden. Viele haben wirklich Angst! Bei dieser großen Anzahl an Hunderudeln reicht es, wenn nur ein Hundesitter von zehn seine Schützlinge nicht im Griff hat.

Name des Verfassers ist der Redaktion bekannt,
22397 HH-Duvenstedt


Die Dogwalker fühlen sich ungerecht behandelt? Ihr Artikel stellt es dar. Und was ist mit den Sportlern und Spaziergängern ohne Hund? Seit 19 Jahren jogge, walke, spaziere ich (fast täglich) zu unterschiedlichen Zeiten um den Kupferteich. Er ist direkt vor meiner Haustür und ehemals meine Lieblingsstrecke. Ganz sicher mag ich Hunde, aber die Anzahl ist in übertriebenem Maße gestiegen. Und vor allem: zu viele Dogwalker für meinen Geschmack. 20 Tiere sind keine Seltenheit und angeleint sind davon die allerwenigsten. Die Aussage Ihres Artikels kann ich nicht bestätigen. Manche der Hunde ziehen zwar eine Leine hinter sich her, aber die Sitter sind meist zu weit weg (und auch nicht selten mit ihrem Handy beschäftigt), um danach im Eskalationsfall zu greifen. Und nicht alle Hunde reagieren aufs Kommando der Sitter, sie blockieren die Wege, ich muss ihnen ausweichen, werde manchmal angebellt oder sogar angesprungen. Dann zu hören „Der tut nichts“ oder „Sie brauchen keine Angst zu haben“ finde ich zynisch. Für die Tiere kann keine Garantie dafür übernommen werden, dass sie nicht doch zubeißen. In naher Vergangenheit wurde mein Sohn ohne besonderen Grund von einem Hund in den Oberschenkel gebissen. Zwar war das nicht am Kupferteich, zeigt aber dennoch, dass es keine Gewähr gibt. Ob es bisher wenige oder gar keine gefährlichen Zwischenfälle gegeben hat, ändert nichts daran, dass die Gefahr eines Zwischenfalls allgegenwärtig ist und es mir (und vermutlich auch anderen) Unbehagen verursacht, diese Laufstrecke beizubehalten. Ich befürchte, mein Laufgebiet zu verlieren, fühle mich verdrängt und ungerecht behandelt.
Dazu kommt, dass ich noch nie einen der Dogwalker mit schwarzen Kot-Beuteln angetroffen habe. 10 Dogwalker mit durchschnittlich 15 Hunden dabei, ein- bis zweimal täglich rund um den Kupferteich. Da lässt sich schnell ausrechnen, was dort hinterbleibt. Bei Feuchtigkeit riecht es an vielen Stellen unangenehm nach Hundekot.

Marie Rathmann,
22399 HH-Poppenbüttel


Wir wohnen in der Nähe des Kupferteichs und meiden seit längerer Zeit dieses Naherholungsgebiet wegen der vielen Hunde, die dort meistens unangeleint herumlaufen. Wir haben schon gesehen, dass Hunde Rehe gehetzt haben, bewusst in den Wald geführt wurden oder uns angesprungen haben. Die Hundebesitzer zeigten oft kein Verständnis, wenn wir sie darauf angesprochen und gebeten haben, ihre Hunde zurückzurufen. Tierschutz erwarten sie nur für ihre Hunde, nicht für Wildtiere und andere Spaziergänger. Mit welchem Recht verlangen die professionellen Dogsitter/-innen, dass sie ihren Beruf auf öffentlichen Flächen uneingeschränkt ausüben können. Gaststätten und andere Gewerbebetriebe müssen für die Nutzung öffentlicher Flächen zahlen. Es gibt am Kupferteich eine ausgewiesene Hundeauslaufzone auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes am Kupferteich, auf der die Hunde unangeleint laufen können. Das Problem sind nicht die Hunde, sondern die Menschen, die kein Verständnis für Erholungssuchende ohne Hund haben. Es ist immer sehr leicht, Forderungen für sich selbst zu stellen, doch Rücksicht auf andere zu nehmen fällt vielen Menschen zunehmend schwer, auch die Mitnahme des Hundekots lässt sehr zu wünschen übrig. Wir kennen mehrere Anwohner, die dieses Naherholungsgebiet wegen der vielen Hunde inzwischen meiden. Daher begrüßen wir alle Maßnahmen, die zur Entspannung der Situation beitragen. Auch wegen des Umweltschutzes ist es unverständlich, warum Hunde über weite Strecken mit dem Auto transportiert werden, um dort die Anwohner zu vergrämen.

Magdalene und Wilfried Block,
22397 HH-Lemsahl-Mellingstedt

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