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Eine Straße macht von sich reden - Ausgabe 08.01.2020

Der Mellenbergweg im aktuellen Schwarzbuch Steuerverschwendung

Volksdorf/Meiendorf – Seit dem Herbst wird ­gebaut. Die Gesamtmaßnahme „Erstmalige Endgültige Herstellung“ soll in mehreren Abschnitten umgesetzt werden und etwa ein Jahr dauern. Wie in Hamburg üblich ist sie finanziell überwiegend von den Anliegern zu tragen.
Von Oliver Spatz
Vor zweieinhalb Jahren ­geriet der Mellenbergweg, die lang gezogene Verbindung zwischen Volksdorf und Meiendorf entlang des Volksdorfer Walds, in den öffentlichen Blick. Um die bekannte Schnellstrecke, auf der eigentlich größtenteils Tempo 30 gilt, zu entschärfen, wurde im Sommer 2017 ein Slalomparcours gebaut: mehrere in kurzem Abstand, links und rechts im Wechsel errichtete verkehrsberuhigende Inseln, die weit auf die Fahrbahn ragten und zum Fahrbahnrand hin Platz für hindurchfahrende Radler ließen. Autofahrer kamen sich auf ihrem Schlängelkurs nun beim Einfädeln oft mit Radfahrern in die Quere. Fast alle waren sich schließlich einig: Ziel verfehlt, der Verkehrssicherheit ist damit nicht gedient. Auch RTL und andere Medien griffen die Angelegenheit auf.
 
Bundesdeutsche
Bekanntheit
Nun taucht der Mellenbergweg im „Schwarzbuch 2019/2020 – Die öffentliche Verschwendung“ des Bunds der Steuerzahler Deutschland e.V. auf und prangert die Steuerverschwendung in Volksdorf an. „Verbesserung einer Verschlimmbesserung für 40.000 Euro“ betitelt der Bund den Eintrag. Denn Ende 2018 wurde der Streckenabschnitt teilweise umgebaut, um entstandene Gefährdungen rückgängig zu machen. Zum Beispiel sind es seitdem nur noch vier statt sechs Verkehrsinseln. Im Zuge des Umbaus musste unter anderem in den betroffenen Bereichen die Asphaltdeckschicht erneuert werden. Am Ende waren die Kosten für die Umgestaltung 2018 mit 40.000 Euro doppelt so hoch wie die Kosten für den ursprüng­lichen Umbau 2017.
Das Fazit des Steuerzahler-Bunds: „Für enge Straßen wie den Mellenbergweg, die von Autos und Radfahrern gleichzeitig genutzt werden, müssen sichere Lösungen her. Um herauszufinden, dass ein enger Slalom-Parkour (sic!) keine solche Lösung bietet, hat die Stadt teures Lehrgeld bezahlt.“


fdjs