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Am Ende ist alles gut - Ausgabe 04.12.2019

Volksdorfer Erlenbusch feiert Einweihung des neuen Wohnhauses am Klosterwisch

Volksdorf – „Nur frisch, nur frisch gesungen, und alles ist wieder gut“ – so wurde es am vergangenen Freitag im Erlenbusch anlässlich der Einweihungsfeier des just fertig gestellten Wohnhauses für schwer mehrfach behinderte junge Erwachsene von einem wohlklingenden Männer-Ensemble zu Gehör gebracht. Ja, jetzt ist es gut. Der Neubau ist fertig. Allerdings: Allein mit Singen ist es in den letzten Jahren keineswegs getan gewesen.
Von Susanne Lorenz
Im Gegenteil: Susanne Okroy, Leiterin des Erlenbusches, das gesamte Erlenbusch-Team, der Vorstand der Martha-Stiftung, Architekten, Sponsoren und Förderer, Eltern und Kinder haben scheinbar unbezwingliche Hürden überwinden müssen, um ihren – doch keineswegs unbescheidenen – Traum zu realisieren. Umso bemerkens- und bewundernswerter sind der unverbrüchliche Glaube an den Erfolg des Projekts ebenso wie die große Herzlichkeit, der Humor und der ungebrochene Elan, mit dem das Erlenbusch-Team jetzt in die neue Ära startet. „Danke, dass Sie durchgehalten und uns und die Bürokratie ausgehalten haben“, erkennt Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard in ihrem Grußwort die große Leistung aller Beteiligten nachdrücklich an. „Ein Lebensort wie dieser, an dem erwachsene schwerstmehrfach behinderte Menschen so leben können, wie sie leben wollen, ist bislang einmalig in Hamburg. Die Marthastiftung hat wahrlich Pionierarbeit geleistet.“ Nicht weniger wichtig als die Anerkennung der Senatorin ist auch ihre Zusage: „Ich werde die Diskussion um solche Orte, an denen man gut leben kann – nicht mehr und nicht weniger – vorantreiben“.
47 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben zurzeit im Erlenbusch ihr Zuhause, 14 von ihnen ziehen direkt aus dem jetzigen Kinderhaus ins Wohnhaus Klosterwisch um, zwei andere zukünftige Bewohner waren schon als Kinder im Erlenbusch und kehren jetzt zurück. Auch im neuen Wohnhaus wird es eine den Bewohnern entsprechende, sehr engmaschige Assistenz geben: Die hier lebenden Menschen brauchen Unterstützung in absolut allen Lebenslagen, nur eine junge Frau kann laufen, alle anderen sitzen im Rollstuhl: Freizeitgestaltung, Körperpflege, Essen und Trinken – bei allem ist individuelle Hilfe notwendig.

Mit Spezialwissen und Erfahrung…
Roland Klaus, Wohnbeiratsvorsitzender im Hilde-Wulf-Haus, freut sich: „Herzlich willkommen in unserer Erlenbusch-Familie. Ich hoffe sehr, dass wir eng mit Haus Klosterwisch zusammenarbeiten werden.“ se hatte Roland Klaus Hand in Hand mit der Planungsgruppe gearbeitet und sie in Sachen behindertengerechte Konstruktion und Gestaltung sowie Anforderungen an die Hausordnung kompetent beraten. Neue Leitung im Wohnhaus Klosterwisch ist Doris Trengel, langjährige Mitarbeiterin, aus dem Erlenbusch nicht wegzudenken. Sie freut sich sehr auf den Neuanfang.

…und mit Gottes Segen
Zum Abschluss dieser herzlichen, anrührenden Einweihungsfeier segnete Pastor Niels Christiansen vom Diakonischen Werk Susanne Okroy, Doris Trengel und einen der neuen Bewohner stellvertretend für die zukünftige kleine Klosterwisch-„Mannschaft“ ebenso wie alle anwesenden Bewohner, Freunde und Förderer des Erlenbusch – und natürlich das Wohnhaus Klosterwisch selbst. Ende gut, alles gut. Und vielleicht orientiert man sich seitens der Behörden beim nächsten notwendigen Projekt einfach mal an der Formulierung, die Martina Pleyer, Vorstand Martha Stiftung, im Rückblick auf den vergangenen Prozess gebraucht hat: „Wir dürfen die Kleinteiligkeit der Systeme nicht übertreiben.“


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