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„Voll Power-Schultour“ macht Station an der Stadtteilschule Walddörfer

Alkohol? Nein danke! - Ausgabe 27.11.2019

Volksdorf – Alkohol­prävention in Schulen stärken und Lebenskompetenzen fördern, das ist der Anspruch der „Voll Power-Schultour“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die seit 2015 bundesweit unterwegs ist.
Von Matthias Damm
Das übergeordnete Ziel: Jugendliche sollen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden, damit sie selbstbewusst Nein zum Alkohol sagen können. Aktuelle, repräsentative Studien zeigen, dass der Alkoholkonsum bei Jugendlichen insgesamt rückläufig ist. 62 Prozent der 12- bis 17-Jährigen haben schon Alkohol konsumiert – ein Rückgang von 18 Prozent gegenüber 2004. Auch das Einstiegsalter ist im selben Zeitraum um ein Jahr von 14 auf 15 Jahre gestiegen. Diese positiven Trends will die BZgA mit der Schultour unter dem Motto „Null Alkohol – Voll Power“ als Präventionsangebot weiter fördern und Jugendliche für die gesundheitlichen Risiken des Alkoholkonsums sensibilisieren.

Alternativen aufzeigen
Klar ist, dass der erhobene Zeigefinger dabei eher nicht helfen wird, das war schon in früheren Generationen so. Deshalb kommt die „Voll Power-Schultour“ mit einem Team professioneller Musik-, Theater- und Sportpädagogen in die Schulen. An einem Vormittag loten dann die Schülerinnen und Schüler ihre körperlichen und mentalen Grenzen in Workshops aus und erleben, wie man in der Gruppe über sich hinauswachsen kann, dass Teamgeist zählt und wie die Gruppe jedem Einzelnen Unterstützung bietet.
Die Stadtteilschule Walddörfer ist die erste Schule in Hamburg, die dieses Angebot nutzt. Cornelia Patzelt, Sozialpädagogin im Beratungsdienst an der Schule: „Ich habe von dem Projekt erfahren und war sofort begeistert. Den Workshop-Vormittag in den Unterrichtsplan einzubauen brauchte dann aber schon sehr viel Zeit und Überzeugungsarbeit, weil Lehrer, Schüler, Eltern und Organisatoren mitgenommen werden müssen, um einen optimalen Ablauf sicherzustellen.“ Und Stefan Ullmann, Abteilungsleiter Klassen 7–10, ergänzt: „Voraussetzung für die Teilnahme an der ganzen Aktion ist eine vorangegangene, längerfristige Auseinandersetzung in den Klassen mit dem Thema Suchtprävention.“ Die Workshops sind dann praktisch das Sahnehäubchen und vorläufiger Abschluss der Thematik.

Hohe Motivation und überzeugende Ergebnisse
Die aufwendige Vorarbeit hat sich gelohnt und die ­Motivation der Schülerinnen und Schüler war überragend, wie sich auf der gemeinsamen Abschlusspräsentation ­aller Workshop-Gruppen eindrucksvoll gezeigt hat. Aber der Reihe nach: Die angebotenen Workshops orientieren sich an der Lebenswelt der angesprochenen 12- bis 16-Jährigen. Die Schüler konnten frei wählen unter „Urbaner Tanz“, „Parkour“, „Theater“, „Band“ und „Rap/Gesang“. Alle Themen fanden großen Zuspruch, wobei „Parkour“ die meisten Anmeldungen verzeichnete. Kein Wunder, denn diese Sportart ist total angesagt: Es gilt, auf einer gedachten Linie im urbanen Raum von A nach B zu kommen und Hindernisse durch Klettern und Springen artistisch zu überwinden.
Die Parkour-Artisten waren dann auch die Ersten, die nach Abschluss der Workshops in der vollbesetzten Aula mit einem Video ihre Arbeit präsentierten. Nicht nur, dass von der einfachen Hocke über den Turnbock bis zum Rückwärtssalto mit Schraube vom Kasten alles dabei war: Es haben sich – wie übrigens auch in den anderen Workshops – auch Schüler getraut, an und über ihre Grenzen zu gehen, die vorher noch sehr skeptisch waren, ob sie überhaupt mitmachen wollen. Eingeübte, kurzweilige Choreografien und Spielszenen aus den Gruppen der Tänzer und Theaterschauspieler folgten, bevor die Band zusammen mit den Rappern und Sängern den Abschluss bildete.
Jörn Hedtke, Band-Coach im Team der Schultour, war völlig begeistert: „So eine Motivation und Leidenschaft habe ich in vier Jahren an keiner anderen Schule erlebt. Die Band hat einen neuen Song selbstständig erarbeitet und eingeübt, großartig. Alle wollen jetzt in der Band weitermachen und bitten, dass sie die Schulinstrumente nutzen dürfen und einen Übungsraum bekommen.“ Beides wurde spontan von den Verantwortlichen zugesagt.
Cosima Teuffer vom Suchtpräventionszentrum Hamburg: „Ich bin froh, dass die Stadtteilschule Walddörfer mitgemacht hat und wir so ein positives Feedback von allen Beteiligten bekommen haben. Das Ziel, Alternativen zum Alkoholkonsum aufzuzeigen und das Selbstbewusstsein zu stärken, wurde mit Engagement und Spaß erreicht. Ich würde mich freuen, wenn sich weitere Schulen anmelden!“


null-alkohol-voll-power.de


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