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Notwendig, aber zäh - Ausgabe 21.08.2019

Sanierung des Volksdorfer Marktplatzes verzögert sich und wird teurer

Volksdorf – Ursprünglich sollte die Grundinstandsetzung des Volksdorfer Wochenmarktplatzes im Juni oder Juli 2019 beginnen und im Frühjahr 2020 abgeschlossen werden (das Heimat-Echo berichtete mehrfach).
Von Oliver Spatz
Noch Ende März 2019 strebte das Bezirksamt Wandsbek einen Baubeginn im dritten Quartal 2019 an. Diese Zeitplanung ist offensichtlich obsolet. Auf Nachfrage der Redaktion beim Bezirksamt heißt es nun, die Planungen zur Grund­instandsetzung des Volksdorfer Marktplatzes seien abgeschlossen. Die Ausschreibung für die Baumaßnahme solle noch im August erfolgen.
Baubeginn soll demnach Ende Oktober oder Anfang November sein. Kalkuliert wird nunmehr mit einer Bauzeit von zwölf Monaten. Das ist etwas länger als ursprünglich geplant.
Auf die Frage nach den Ursachen für die zeitliche Verschiebung führt Bezirksamtssprecher Dirk Hertrampf umfangreiche Abstimmungen – Lage der Zufahrten, Marktaufstellung, Baumfällungen – mit den Planungs­beteiligten an.

Höhere Kosten

Die Gesamtkosten haben sich derweil von den einst veranschlagten 2,5 Millionen Euro auf rund 3,5 Millionen Euro erhöht. Begründet wird das vor allem mit konjunkturell bedingten Preissteigerungen, aber auch mit „zusätzlichen Anforderungen aus der Planungsabstimmung heraus“, etwa was Regenwasserrückhaltung, Elektroanschlüsse und Wasserentnahmestellen betrifft. Die Mehrkosten sollen aus der Rahmenzuweisung des Bezirks bezahlt werden.
Dass die Sanierung der Volksdorfer Marktfläche dringend geboten ist, wird kaum einer bestreiten. So sieht das auch Thilo Kleibauer, CDU-Bürgerschaftsabgeordneter für den Wahlkreis Alstertal/Walddörfer, der sich parallel mit einer Kleinen Anfrage erkundigte: „Zur Sanierung gehört auch eine zeitgemäße technische Infrastruktur für die Marktbetriebe, damit der beliebte Wochenmarkt langfristig attraktiv und wettbewerbsfähig bleibt. Wichtig ist, dass der nun angekündigte Zeitplan auch eingehalten wird und die genaue Umsetzung der Baumaßnahmen eng und frühzeitig mit allen Beteiligten abgestimmt wird. Natürlich wirft der ­deutliche Kostenanstieg Fragen auf. Allerdings ist hier auch
zu berücksichtigen, dass der Wochenmarkt zahlreiche Arbeitsplätze bei Händlern oder regionalen Erzeugern sichert und nicht zuletzt der Stadt Hamburg jährliche Gebühreneinnahmen von über 200.000 Euro bringt.“

Perspektive der ­Markthändler
Als Sprecher der Interessengemeinschaft Volksdorfer Wochenmarkt zieht Malte Jahn ein gemischtes Zwischenfazit: „Inzwischen sage ich: Egal, wann es losgeht, wir freuen uns einfach, wenn es so weit ist.“ Das glaubt er erst, wenn die Bagger anfangen zu arbeiten. Er wünscht sich generell klare ­Aussagen statt allzu optimistischer Zeitpläne: „Jeder, der zum Beispiel schon einmal ein Haus gebaut hat, weiß: Man muss realistisch sein, dass man nicht innerhalb weniger Wochen loslegen kann“, so Jahn mit Blick darauf, dass die Ausschreibung erst noch bevorsteht, aber zwei Monate später schon Spatenstich sein soll.
Auch im aktualisierten Zeitplan gilt indes, dass der Wochenmarkt während der Bauphase erst auf der einen, dann auf der anderen Hälfte stattfinden soll. Malte Jahn hebt positiv hervor, dass im Bezirksamt manches auch sehr schnell zu regeln sei: Vereinbart ist jetzt, dass die Markthändler, deren Stände aus technischen Gründen nicht ohne Weiteres auf deutlich kleinerer Fläche Platz finden, den Bahnhofsvorplatz zur Halenreie hin mitnutzen können. Strom und Wasser sollen zu diesem Zweck mobil verlegt werden.

Volksmarkt, quo vadis?
Um die nahe Zukunft seines Volksmarkts sorgt sich Siegfried Stockhecke. Als Veranstalter hatte er anhand der öffentlich vorgestellten Bauzeitplanung die jährlich vier Volksmarkt-Termine – eigentlich einer in jeder Jahreszeit – für 2019 bis August nach vorn gezogen, sodass die Durchführung zeitlich nicht mit den Bauarbeiten kollidiert. Letztere verschieben sich nun aber.
Auf die Frage nach der Per­spektive des größten Familien­flohmarkts der Walddörfer heißt es beim Bezirksamt, man sei bemüht, dessen Durchführung zu ermöglichen. Gleiches gelte für den normalerweise zweimal pro Jahr auf der Marktfläche stattfindenden Jahrmarkt. Über die konkrete Durchführung beider Veranstaltungen werde abhängig vom Fortschritt der Bauarbeiten entschieden.


fdjs