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Sie wollen doch nur den Erfolg - Ausgabe 14.08.2019

Bramfeld Frauen-Fußball ist nicht erst seit der jüngsten WM im Aufwind. Sogar im TV wurden alle Spiele gezeigt. Was international gut läuft, ist auf lokaler Basis eher frustrierend. Obwohl die 2. Frauen-Fußballmannschaft des TSC Wellingsbüttel 2018 Landesligameister war und auch in diesem Jahr einen Aufstiegsplatz erreichte, durfte das Team nicht in die Oberliga aufsteigen –Wil mit der ersten Mannschaft bereits ein Team der Wellingsbüttler in der Oberliga spielt.
Um eine Perspektive zu haben, wechselten die 25 Spielerinnen der Zweiten Mannschaft am 1. Juli geschlossen zum benachbarten Bramfelder SV und nahmen dafür sogar in Kauf, dort in der Bezirksliga zu spielen, in einer Klasse unterhalb der Landesliga. In Bramfeld sind sie nun die 1. Mannschaft – mit Aufstiegsperspektiven.
Allerdings muss der Wechsel teuer erkauft werden. Der TSC Wellingsbüttel hat ihrem ehemaligen Frauen-Team, inklusive sechs noch aktiver Jugendtrainerinnen, noch keine Spielfreigabe erteilt. Nur gegen eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 250 Euro pro Spielerin dürfen die Fußball-Damen künftig für Bramfeld spielen. So sehen es die Statuten des Hamburger Fußballverbands vor. Wenn es nach dem TSC Wellingsbüttel ginge, dürften sie jetzt überhaupt noch nicht spielen, sondern erst nach der vorgeschriebenen Sechs-Monate-Frist nach dem letzten Punktspiel zum November.
„Wir wollen kein Geld, sondern ein Zeichen setzen. Die Spielerinnen haben sich zu spät abgemeldet, uns im Glauben gelassen, dass sie weiter für uns spielen“, erläutert Volker Helm, Leiter der Fußballabteilung beim TSC Wellingsbüttel. Dem widersprechen die Fußball-Frauen: „Wir haben uns ordnungsgemäß zum 30. Juni abgemeldet.“ Die Mannschaft war allerdings noch im April bei einer Routineabfrage für Wellingsbüttel gemeldet worden. Das hindert aber wiederum keine Spielerin, zum 30. Juni den Verein zu wechseln. Formal also alles in Ordnung. Fünf Spielerinnen wurden außerdem zu Unrecht gesperrt, da sie verletzungsbedingt in der vergangenen Spielzeit nicht zum Einsatz kamen.
Der Bramfelder SV führte „diverse Gespräche“, so Fußball-Obmann Matthias Albrecht, um die Wellingsbüttler umzustimmen. Vergeblich. Und die Zeit drängt. Bereits am nächsten Sonntag, 18. August, müssten die Fußballerinnen ihr erstes Ligaspiel für den Bramfelder SV bestreiten.
Wer ihnen helfen möchte, die „Ablösesumme“ aufzubringen, kann sich gern unter bsvfrauen1@gmx.de melden. (ch)


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