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Mit der Polizei an Volksdorfs Hauptschlagader: Wie verhält man sich richtig?

Radeln an der neuen Halenreie - Ausgabe 17.07.2019

Volksdorf – In der ­warmen Jahreszeit sind auf den Straßen im Alstertal und den Walddörfern deutlich mehr Radfahrer unterwegs als sonst. 2019 stellt das zuständige Polizeikommissariat 35 in Poppenbüttel einmal mehr fest, dass damit leider auch die Anzahl der Verkehrs­unfälle mit Radfahrern steigt.

Oliver Spatz

Besonders auffällig sind Unfälle, bei denen nach rechts abbiegende Autofahrer parallel auf dem Radweg oder freigegebenen Gehweg fahrende Radfahrer übersehen. Immer wieder kommt es auch zu Unfällen, bei denen Radfahrer die falsche Rad-/Gehwegseite benutzen und von Autofahrern, die aus Grundstückseinfahrten oder Einmündungen kommen, übersehen werden.
Seit Ende November 2018 ist die Grundinstandsetzung der Straße Halenreie abgeschlossen. Im Zuge der Baumaßnahmen an der Volksdorfer Hauptverkehrsachse wurden auch die Einmündungen Halenreie/Kattjahren und Halenreie/Waldweg (Nord), die vor einigen Jahren bereits provisorisch umgestaltet worden waren, endgültig hergestellt.
Insbesondere aufseiten von Fahrradfahrern gibt es häufig Fragen, wie sie sich beim Befahren der Halenreie richtig verhalten. Daher kam die Polizei mit der Heimat-Echo-Redaktion zu einer Ortsbegehung zusammen. Friedhelm Petersen, Leiter Prävention und Verkehr am PK 35, sowie Volksdorfs Stadtteilpolizisten Dietmar Koop und Thomas Krug erklärten, was seit der Neugestaltung zu beachten ist.
Halenreie in Richtung
Norden/Bergstedt
Am Kreisverkehr am U-Bahnhof Volksdorf geht es los. Schnell wird deutlich, dass viele Radfahrer den Fußgängerüberweg (Zebrastreifen) benutzen, um die Straße zu überqueren, dabei aber nicht absteigen. Das jedoch ist Pflicht.
Ab dem Kreisverkehr in Richtung Bergstedt müssen Radfahrer auf der Straße fahren und den Radfahrstreifen benutzen, der von der übrigen Fahrbahn mit dicker, durchgezogener Linie abgegrenzt und in regelmäßigen Abständen mit einem Fahrradsymbol markiert ist (Fotos 1 und 2). Autofahrer dürfen auf diesem Radfahrstreifen nicht fahren, halten oder parken. Wer dort als Radfahrer dennoch Angst verspürt, muss auf dem Fußweg schieben – Rad fahren ist hier untersagt. Die Arkaden zwischen Kreisel und Wochenmarktplatz dürfen von Radlern ebenso wenig durchfahren werden.
Bei der Einmündung Kattjahren wird der Radfahrstreifen kurz zum Radschutzstreifen mit gestrichelter Linie (Foto 3). Hinter Kattjahren fahren Radler entweder auf der Straße weiter oder auf dem Fußweg, denn hier steht in Höhe Walddörfer Sportverein ein Schild, das vorsichtiges Radfahren auf dem Gehweg erlaubt (Foto 4).
Um in die Einmündung Waldweg-Süd zu gelangen, fahren Radfahrer entweder auf die Linksabbiegespur, die Bussen und eben Radlern vorbehalten ist – Autofahrer müssen die Einmündung Waldweg-Nord befahren –, und biegen ab, sobald frei ist (Foto 5). Oder sie fahren noch ein Stück auf dem Fußweg weiter, steigen ab und überqueren dann, wenn die Fahrbahn frei ist, über die Sprunginsel hinweg die Halenreie.
Wer auf der Halenreie bleibt, hat weiter die Wahl, auf der Straße oder auf dem Gehweg zu fahren. Nach der Ausfahrt in Höhe Halenreie 40–44 beginnt vom Fußweg aus ein kurzer roter Radweg, der dann neben dem Fußweg als Radfahrstreifen auf der Fahrbahn weiterläuft (Foto 6). Diesen Radfahrstreifen müssen Radler benutzen, da hier kein „Radfahrer frei“-Schild steht. Wer dann links in den Waldweg-Nord fahren will, muss sich rechts in der kurzen Einfädelungsspur für Linksabbieger einordnen und dort an der Fahrradampel warten, bis diese Grün zeigt (Foto 7).
Auf der Halenreie weiter nach Bergstedt ist die Benutzung des Radfahrstreifens auf der Fahrbahn zwingend. Den Fußweg zu benutzen ist nicht erlaubt. Hinter der Einmündung Buckhorn läuft der nun ge­strichelte Radschutzstreifen in Höhe ­Jacques’ Weindepot aus
(Foto 8). Der Radfahrer hat nun die Wahl, ob er auf der Fahrbahn oder auf dem Gehweg fahren möchte. Hier ist sogar noch die Benutzung des Gehwegs in beide Richtungen gestattet.
Halenreie in Richtung
Süden/Berne
In der Gegenrichtung können Radler auf der Straße fahren oder den ebenfalls in beide Richtungen freigegebenen Fußweg benutzen (Foto 9, Höhe ­Rögenweg). Hinter der Ampel an der Einmündung Buckhorn erlaubt ein „Radfahrer frei“-Schild das Fahren auf dem hier beginnenden Sandweg (Foto 10).
Daneben ist natürlich das Fahren auf der Straße erlaubt.
Biegt man rechts auf den Waldweg-Nord ab, muss man dort auf der Straße weiterradeln. Der Gehweg (Sandweg) ist hier nämlich nicht für Radfahrer freigegeben.
Bleibt man hingegen auf der Halenreie, darf man wiederum auf dem Fußweg oder der Fahrbahn in die Pedale treten. Will man rechts in die Einmündung Waldweg-Süd, hat man die Wahl, mit dem Fahrrad entweder auf der Fahrbahn oder auf dem linken Gehweg zu fahren. Der ist hier für Radfahrer freigegeben, damit sie im weiteren Verlauf des Waldwegs eine durchgängige Führung neben der Fahrbahn in Richtung Sasel nutzen können.
Wer auf der Halenreie bleibt, kann auf Straße oder Fußweg fahren (weiter „Radfahrer frei“-Schild). Wer dann links in die Straße Kattjahren abbiegen möchte, hält entweder an der Fußgängerampel an und schiebt sein Rad über die Halenreie oder er nimmt vorher, wenn er auf der Straße fährt, die Linksabbiegespur für Autos (Foto 11). Wer hingegen weiter der Halenreie folgt, hat auch hier wieder die Wahl, bis zum Kreisverkehr am U-Bahnhof auf der Fahrbahn oder dem Gehweg zu fahren.
Auf vielen Abschnitten kann der Radfahrer also wählen –
die sogenannte Servicelösung. Wichtig ist aber, dass ein für Radler freigegebener Fußweg nicht zum Radweg wird. Es ist also immer vorsichtiges, rücksichtsvolles Fahren geboten. Und die drei Polizeibeamten betonen, dass Radfahrer, die auf der Straße unterwegs sind, dort von motorisierten Verkehrsteilnehmern in der Regel am besten gesehen werden. Die Unfallstatistik jedenfalls gibt ihnen recht.

Aus technischen Gründen können nur drei Photos gezeigt werden. Alle Abbildungen finden Sie in der Print oder E-Paper-Ausgabe



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