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Abschied nach 21 Jahren Ehrenamt - Ausgabe 19.06.2019

ISIS-Gründerin Helma Herrmann offiziell verabschiedet

Alstertal/Walddörfer – Nach mehr als 20 Jahren für, mit und bei der ISIS-Beratungsstelle für Frau­en und Mädchen e.V. zieht sich ihre Gründerin ­Helma Herrmann offiziell aus der aktiven Mitarbeit der Beratungsstelle zurück.
Doris Schultes
Helma Herrmann hat die Beratungsstelle über viele Jahre mit großem persönlichem Einsatz aufgebaut und geleitet und damit nicht nur dazu beigetragen, dass in Not geratene Frauen und Mädchen leichter Hilfe suchen, finden und annehmen können, sondern auch zu einer breiteren gesellschaftlichen Akzeptanz von Beratung und Therapie.

Eine Idee braucht Leidenschaft
„Ich erinnere mich noch gut daran, wie Sie auf der ISIS-Jubiläumsfeier im Herbst vergangenen Jahres gesagt hatten, dass es noch etwas gäbe, das es zusätzlich zu einer Idee und der Unterstützung von Gleichgesinnten für ein ehrenamtliches Engagement brauche, und das sei – wie in einer Liebesbeziehung – die Leidenschaft und die Hingabe an das, woran wir glauben und was Sinn macht“, so Aydan Özoguz, Mitglied des Deutschen Bundestages, in ihrem Grußwort bei der Verabschiedung in der Ohlendorff’schen Villa. Alles das hat Helma Herrmann mitgebracht, als sie die Beratungsstelle gründete. Angetrieben von einer Idee und gemeinsam mit anderen Frauen wollte sie diejenigen unterstützen, die sich in Krisensituationen befinden. Aydan Özoguz dankte der agilen Gründerin für ihr Engagement und meinte: „Es ist ein Glück für unsere Gesellschaft dass es Menschen gibt wie Sie und Ihre aktiven und ehemaligen Mitarbeiterinnen, die Zeit und Kraft für andere einsetzen, wo es manchmal ohne Hilfe nicht mehr weitergeht. Dieses Engagement ist einfach unverzichtbar für unsere Gesellschaft und verdient eine hohe Anerkennung.“

Dank für Engagement, Elan und Herzlichkeit
Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff erwähnte in seinem Grußwort die britische Sängerin Kate Bush, die 1988 ihren berühmten Song „This Woman’s Work“ veröffentlichte, in dem es um eine unerwartet schwierige Geburt und die Leistung von Frauen geht. Auch die ISIS-Beratungsstelle sei das Werk einer Frau. In diesem Fall das von Helma Herrmann. Ritzenhoff dankte ihr für ihre Arbeit, ihren Einsatz, Elan und ihre Herzlichkeit. „Ihrem Team wünsche ich weiterhin alles Gute“, aber da mache er sich wenig Sorgen, die Zukunft sehe gut aus. „Falls es noch Probleme gibt, melden sie sich gerne“, so
der Bezirks­amtsleiter, der sein Grußwort mit einem Zitat von Anais Nin schloss: „Den Kopf in den Sand zu stecken verbessert die Aussicht nicht.“

Ausstrahlung und Charme haben Türen geöffnet
Die heutigen Leiterinnen der ISIS-Beratungstelle, Angela Mähl und Mona Meyn-Lorenz, ließen die Anfänge der 20-jährige Geschichte der Beratungsstelle und den Einsatz ihrer langjährigen Leiterin Revue passieren und dankten Helma Herrmann für ihren Optimismus und ihre Überzeugungskraft, ihren Tatendrang und ihre Kraft, ihre Energie und ihr Durchhaltevermögen. Ihre positive offene Ausstrahlung und ihr Charme habe ISIS viele Türen geöffnet.

Ein Abschied mit Wehmut und Dankbarkeit

In einem kurzen Rückblick ging Helma Herrmann auf ihre Beweggründe und Motivation ein, die zur ISIS-Gründung geführt haben. Sie selbst habe so viele Erfahrungen gemacht, Sorgen, Nöte, Flucht, materielle Entbehrungen … Da sei es nur folgerichtig gewesen, einen Beruf zu wählen, mit dem anderen Menschen geholfen werden kann. „Ich habe ja selbst auch Hilfe erfahren, durch eigene langjährige Psychotherapie und durch liebende Menschen“, so Helma Herrmann.
Ein Zitat von Goethe bringe das besondere Verhältnis zu ihren Mitstreiterinnen auf den Punkt: „Alle diese vortrefflichen Menschen, zu denen Sie nun ein angenehmes Verhältnis haben, das ist es, was ich eine Heimat nenne.“
„Ich gehe mit Wehmut, aber auch mit großer Dankbarkeit, dass ich euch begegnen durfte und mit euch gemeinsam etwas schaffen konnte. Ihr seid mir Heimat geworden und ich habe euch alle lieb gewonnen. Möge weiterhin über der ISIS-Arbeit ein Segen liegen, so wie ich es immer empfunden habe“, so Helma Herrmann.

Zeit fürs Privatleben
In Zukunft wird Helma Herrmann mehr Zeit für ihre anderen Interessen haben, nämlich die Opernbesuche und ihre geliebten Ballettaufführungen, kleinen Kunstreisen und leckeres Sushi-Essen mit ihren 19 und 21 Jahre alten Enkelkindern. „Wenn man älter wird, merkt man, dass auch die Freizeitgestaltung mehr Zeit beansprucht, weil alles nicht mehr so schnell geht“, sagt die rüstige ISIS-Gründerin, die in vier Wochen 83 Jahre alt wird, und verabschiedet sich mit ihrem unnachahmlichen Strahlen, mit dem sie die Menschen immer wieder in ihren Bann zieht.


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