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Wieviel Pastor braucht die Gemeinde? - Ausgabe 12.06.2019

Zusammenarbeit in der Region Oberalster?: Ja! Aber auch den Pastor teilen?

Wohldorf-Ohlstedt/Lemsahl-Mellingstedt/Duvenstedt/Tangstedt – Gemeindeschrumpfung, Pfarrermangel, Strukturdefizite – die Kirche hat Zukunftssorgen: Gemeinden fusionieren, Kirchen werden entwidmet, Kirchengebäude an andere Glaubensgemeinschaften verkauft.
Susanne Lorenz
Veränderungsprozesse stehen an – nicht nur in Volksdorf, auch in den anderen Walddörfern und am Stadtrand geht die Sorge um: Im Kirchenkreisbezirk Bramfeld-Volksdorf sind die Mitgliederzahlen drastisch gesunken, sinken womöglich weiter, die Einnahmen sind rückläufig, die Kosten immer zu hoch – und das obgleich die Gemeinden in der Region – Wohldorf-Ohlstedt, Lemsahl-Mellingstedt, Duvenstedt und Tangstedt – in vielen Bereichen des Gemeindelebens, beispielsweise in der Kirchenmusik und in der Jugendarbeit, schon lange eng zusammenarbeiten, verantwortungsbewusst wirtschaften und treue ehrenamtliche Mitarbeiter haben.

Drei Pastoren für vier Gemeinden: Und nun?

Für die Region bedeuten die rückläufigen Einnahmen, dass ihr – rein rechnerisch – keine vier Pfarrstellen mehr zustehen. Wenn im nächsten Jahr der Ohlstedter Pastor Schumacher in den Ruhestand geht, wird die ganze Pfarrstelle, die dann vakant wäre vermutlich nicht einmal mit einer halben neuen besetzt – selbst wenn diese Stelle voll von den vier Kirchengemeinden der Region – ohne zusätzliche Kirchensteuermittel – finanziert würde. Das bedeutet: Drei Pfarrpersonen für vier Gemeinden. „Was tun?“, fragt sich der Duvenstedter Pastor Peter Fahr. „Sollen diese drei PastorInnnen die fehlende vierte Stelle „auffangen“? Und wenn ja, wie soll das gehen? Mehrarbeit? Aufgabenteilung? Mut zur Lücke? Pastoren-Rotationsprinzip? Oder sollen die Gemeinden sich zusammenschließen? Fusionieren? Und wer mit wem? Verschiedene Szenarien sind denkbar – bislang keins davon zufriedenstellend.“

Mitsprache gegen Ohnmachtsgefühl
Wie stehen eigentlich die Duvenstedter Gemeindemitglieder, für die ein „eigener“ Pastor bisher oberste Priorität hatte, zu den denkbaren „Notlösungen“? „Es ist unsere Gemeinde und unsere Kirche – die sollte uns auch gemeinsam etwas wert sein!“, so formuliert es Oliver Stork vom Duvenstedter Kirchengemeinderat (KGR). „Viele Menschen genießen die individuellen Freiheiten, die die Modernisierung und die gesellschaftliche Absicherung der großen Lebensrisiken mit sich bringt – und beklagen gleichzeitig das Gefühl der Ohnmacht gegenüber den Institutionen, die diese Absicherung leisten. In der Kirche und in unserer Kirchengemeinde können wir das anders haben – es liegt an uns“, zeigt sich Oliver Stork verhalten hoffnungsvoll.

Duvenstedter Gemeinde tagt

In diesen Denkprozess und die Diskussion darüber, was die anstehenden Veränderungen im Einzelnen für die Gemeinden und ihre Menschen bedeuten könnten, möchte der Duvenstedter KGR alle Gemeindemitglieder einbeziehen und lädt am kommenden Sonntag zur Gemeindeversammlung ein.

Sonntag, 16. Juni, nach dem Gottesdienst, ca. 11.15 Uhr, Gemeindehaus der Kirchengemeinde Duvenstedt, Duvenstedter Markt 4



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