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80 Jahre Vielfalt und spannende Natur - Ausgabe 12.06.2019

Magnet im Nordosten: Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook


WOHLDORF-OHLSTEDT – Der Duvenstedter Brook steht seit geraumer Zeit im Interesse des Naturschutzes. Vor rund 80 Jahren wurde ein Mittelstück des Brooks als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Anja Junghans-Demtröder
Im Laufe der Zeit entwickelte der Duvenstedter Brook eine Größe von 785 Hektar. Zusammen mit den angrenzenden Naturschutzgebieten Wohldorfer Wald und Hansdorfer Brook sowie Ammersbek-Hunnau-Niederung bildet er mit 1.500 Hektar eine der größten zusammenhängenden Naturschutzflächen im Hamburger Raum.

Einflüsse aus
15.000 Jahren
Das gegenwärtige Landschaftsbild des Duvenstedter Brooks formierte sich nach der letzten Eiszeit vor circa 15.000 Jahren. Die sich zurückziehenden Gletschermassen formten im südwestlichen Teil ein flachhügeliges Gelände. Zunächst breitete sich die Tundraheide aus. Im Laufe der Zeit folgte eine neue Generation größerer Pflanzgewächse wie strauchartige Weiden und Birken. Zeitgleich entstanden an tiefer gelegenen Stellen Moore. Etwa 2.000 Jahre später breiteten sich wärmeliebende Baumarten wie unter anderem Erle, Esche und Eiche aus. Vor etwa 4.000 Jahren verstärkte sich der Einfluss des Menschen auf die Landschaft. Im Mittelalter rodeten die Bürger große Teile des heutigen Naturschutzgebietes und nutzten diese intensiv für die Landwirtschaft.

Der lange Weg zum Naturschutz

Das Kanzleigut Tangstedt erwarb Ende des 17. Jahrhunderts die ökonomischen Gebrauchsrechte, die ab 1887 abgelöst wurden. Im Jahr 1925 erwarb die Stadt Hamburg großzügige Areale des Brooks, der sich damals noch im Kreis Stormarn befand. Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz 1937 gelangten die Überbleibsel des Brooks an die Hansestadt. Reichsstatthalter Karl Kaufmann machte den Brook bereits 1939 zum Schutzgebiet. 1958 wurde das Gebiet erweitert und offiziell als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Bunte Vielfalt

Seit 1983 engagiert sich der NABU Hamburg für den Naturschutz des Brooks. Dr. Stefanie Zimmer arbeitet als Referentin für Umweltbildung beim Naturschutzbund: „Der Artenreichtum in Pflanzen- und Tierwelt kennzeichnet den Brook als eines der vielfältigsten Naturschutzgebiete Hamburgs.“ Auf den ca. 600 Pflanzenarten tummeln sich zahlreiche Insekten. Fast 100 Brutvogelarten sowie 38 Säugetierarten sorgen in den natürlichen Lebensräumen für ein buntes und abwechslungsreiches Treiben.
Die Naturschutzfläche wurde nach den landschaftlich prägenden Bruchwäldern benannt. „Das Wort ,Brook‘ ist ein alter Ausdruck für Bruchwald“, erläutert Dr. Stefanie Zimmer. In Kooperation mit Naturschutz- und Forstamt gelang es ehrenamtlichen Naturschützern, Reste des Hochmoors zu erhalten. „Viele dort lebende Tier- und Pflanzenarten können in anderen Lebensräumen nicht existieren. Umso wichtiger ist es, die verbleibenden Moorflächen beizubehalten. Aus diesem Grund werden die alten Entwässerungsgräben allmählich gesperrt“, weiß die Umweltexpertin.

Das große Röhren und der Tanz der Kraniche
Die Kraniche sind das besondere Merkmal im Frühling. Mitte Februar kehren sie aus ihren Winterquartieren in den Brook zurück und sind mit imposanten Balztänzen und lauten Trompetenrufen präsent. Von September bis Oktober heißt es „Bühne frei“ für die Rothirschbrunft. „Überwiegend in der Dämmerung und bei Nacht veranstalten die männlichen Tiere ihre eindrucksvollen Rangkämpfe“, berichtet Dr. Zimmer.

Das Duvenstedter Brookhus, das Naturschutz-Informationshaus, hält weitere Informationen parat: Duvenstedter Triftweg140, Tel. 040 6072460,
www.hamburg.nabu.de


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