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zu Lokales, Politisches auf dem Bahnhofsvorplatz

Leser-Echo - Ausgabe 10.04.2019

Liebe Politiker der Walddörfer, meine Frau und ich haben 1972 im Eindruck der „Grenzen des Wachstums“ die erste Umweltschutzgruppe in Hamburg mitbegründet und später den Zukunftsrat Hamburg. Dessen jährliche Studie „HEINZ“ ist den Hamburger Parteien, wie vieles andere auch, am Dingens vorbeigegangen. Das ist bedauerlich, weil außerparlamentarische Initiativen politisch das Salz in der politischen Suppe sind. Wir NGOs stellen nicht die Machtfrage, sondern wirken direkt. Regional, bundesweit und global.
Meiner Meinung nach sind 50 Jahre vertan worden, um eine auf Nachhaltigkeit gegründete Gesellschaft zu schaffen. Mein Bestreben ist weiterhin, alles mir Mögliche zumindest in den Walddörfern dafür zu tun. Es war ein nicht wieder gutzumachender, großer Fehler, die Vorschläge zu ignorieren, die die von mir geleitete „Initiative zur Aufwertung des Volksdorfer Ortskern (IAO )“ erarbeitet hat. Meine Bitte ist, jetzt mit äußerstem Ernst die Renovierung des Wochenmarkts freudig zu betreiben. Hierfür habe ich vor zwei Jahren auf der Zukunftsmeile geworben. Wir mussten uns die Sanierung mit anwaltlicher Hilfe erstreiten und sind jetzt auf gutem Weg! Existenzielle Anstrengungen sind von den Marktbeschickern gefordert. Dafür bedarf es weiterhin einvernehmlicher Planung und Terminierung.
Leider habe ich auf dem letzten Regionalausschuss keinen respektvollen Umgang erfahren. Ich hoffe, das war ein einmaliger Fauxpas. Politik darf das ruhig aushalten, wenn jemand anderer Meinung ist. Übrigens bin nicht ich als Person wichtig, sondern das, was ich vertrete. Meine Arbeit erfährt so viel Anerkennung in den Walddörfern, dass ich auch immer wieder in die Parteien hineinwirken möchte. Intellektuelles, parteipolitisches Fingerhakeln ist für mich Zeitverschwendung. Die Tat zählt für mich. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Greta recht hat. Wir werden nicht noch einmal 50 Jahre Zeit bekommen, unsere Gesellschaft auf ein ökologisches Fundament zu stellen.
Wir brauchen „Bauten“, die zukunftsfähig halten. Daran kann sich jeder beteiligen, wie es in anderen Ländern selbstverständlich praktiziert wird. Einzelmaßnahmen müssen konzeptionell nachhaltig ausgewiesen sein. Alles andere sollten wir vergessen. Es ist Zeit, schon lange!

Siegfried Stockhecke,
Agenda 21/2030-Büro ­Volksdorf/WALDGEIST


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