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Leser-Echo - Ausgabe 10.04.2019

zum Artikel „Was tun gegen den Pflegenotstand?“ vom 3. April 2019

Vielen Dank für den ausführlichen Artikel zum Thema Pflegenotstand! Hinzufügen möchte ich, dass wir geradewegs auf einen weiteren Versorgungsnotstand zusteuern: den der Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten (sog. Heilmittelerbringer). Zwei große logopädische Praxen in Volksdorf und Poppenbüttel haben innerhalb der ersten drei Monate dieses Jahres bereits wegen Unwirtschaftlichkeit und Fachkräftemangel aufgegeben, über 40 Prozent der Therapeuten denken aktuellen Umfragen zufolge darüber nach, ihren Beruf wegen der schlechten Vergütung und der widrigen Arbeitsbedingungen zu verlassen. Während es in der Pflege, bei Erziehern und Lehrern Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern wird, den Fachkräftemangel zu beheben, ist es in der Heilmittelversorgung gerade noch fünf vor zwölf.
Nur eine deutlich steigende Bezahlung und eine umfassende Verbesserung der Arbeitsbedingungen werden die Therapeuten im Beruf halten und nur die bundesweite dauerhafte Abschaffung des Schulgelds für in Ausbildung befindliche Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten die nachfolgende Therapeutengeneration sichern. Eine immer schlechter werdende Versorgung trifft uns alle, vor allem aber wieder die Schwächsten unserer Gesellschaft: Kinder, Kranke, Alte. Was ist unserem Staat das Wohlergehen seiner Bürger eigentlich noch wert?
Jutta Sembritzki,
22397 HH-Duvenstedt

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