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Volksdorfs neuer Marktplatz - Ausgabe 09.04.2019

Funktional, attraktiv, nutzungsoffen: Wie die runderneuerte Marktfläche ab Mitte 2020 aussehen soll

Volksdorf – Nach Start der Überlegungen für eine Instandsetzung der maroden Infrastruktur vor einem Dreivierteljahr (das Heimat-Echo berichtete mehrfach) ging das Planungsvorhaben im Rahmen der öffentlichen Sitzung des Regional­ausschusses Walddörfer am 28. März in die abschließende Runde.
Matthias Damm
Das Kontor für Freiraumplanung (kfp) und das Bezirks­amt Wandsbek informierten über den mit Marktbeschickern, Polizei, Feuerwehr und Anliegern abgestimmten Plan zur Neugestaltung des Marktplatzes. Dabei ging es zum einen um bautechnische Anforderungen und Änderungen, zum anderen um Auswahl der Materialien, Begrünung und Ausgestaltung. Ob Wochenmarkt, Parkplatz, Volksmarkt, Jahrmarkt oder kleine Events: Aus dem asphaltierten Areal wird ein Mehrzweck-Vor­zeigeobjekt.
Marktfläche
Der circa 6.500 Quadratmeter große Platz bekommt einen Belag aus Betonsteinpflaster. Die gerumpelten Steine – das heißt mit gebrochenen Kanten – sind in drei Formatgrößen und leicht unterschiedlichen Grau- und Anthrazittönen gehalten. Sie werden im sogenannten wilden Verband verlegt, was die Fläche lebendig wirken lässt und einen typischen Marktplatzcharakter unterstreicht. Der Steinverband ist gut zu reinigen und die Verzahnung einer solchen Pflasterung erlaubt auch enge Lenkbewegungen von sehr schweren Fahrzeugen. Ein circa 40 Zentimeter breites Band aus dunkleren Betonsteinen umrahmt den Platz und grenzt ihn gegenüber den Grünbereichen und Zuwegungen ab.
Die drei Zufahrten bleiben erhalten, wobei die derzeitige für die Markt- und Verkaufswagen verbreitert und von Mitte Kattjahren zum westlichen Ende verlegt wird. Die fußläufigen Bereiche entlang der Koralle und der südlichen Bebauung erhalten einen Belag aus hellem Betonstein, analog zum Pflaster auf dem Bahnhofsvorplatz und der Verlängerung zum Marktplatz.
Begrünung
Ziel der Planung ist auch, die versiegelte Fläche so gering wie möglich zu gestalten, Bestandsbäume und Grünflächen zu erhalten und gegebenenfalls Ersatzpflanzungen vorzunehmen. So entsteht im westlichen Bereich auf der Platzfläche eine etwa 70 Quadratmeter große Grüninsel mit Stauden-, Gräser- und Baumpflanzung. Um den Platz gegenüber den beiden angrenzenden Straßen zu öffnen und transparenter zu gestalten, werden die Grünflächen ausgelichtet und durch Baumpflanzungen ergänzt. Der große Baum auf dem Platz sowie die Baumreihe entlang der Koralle, die um zwei Neupflanzungen erweitert wird, werden zu ihrem Schutz mit Betonelementen im Farbton der Platzumrandung eingefasst – eine Holzauflage macht sie gleichzeitig zu Sitzgelegenheiten. Das in den ersten Planungen noch vorgesehene große Rückhaltebecken auf dem Platz entfällt, da sich westlich der Halenreie bereits eine geeignete Alternative befindet.
Ausgestaltung
Für die fußläufigen Bereiche sind insektenfreundliche Mastleuchten, wie sie bereits auf dem Bahnhofsvorplatz stehen, vorgesehen. Die Marktplatzbeleuchtung wird ebenfalls durch Mastleuchten mit niedriger Lichtpunkthöhe und für die dunkle Jahreszeit zusätzlich mit drei auf Hochmasten montierten Strahlern sichergestellt. Die Markierung der Parkplätze und Aufstellflächen für die Markstände erfolgt mit sehr flachen, tellerartigen Markierungsnägeln. Moderne Fahrradbügel für über 80 Räder im Randbereich und acht Lastenfahrräder im Bereich der Grüninsel stehen zur Verfügung. Die beliebten roten Hamburger Abfalleimer („Na, du alte Schachtel“) laden zum konsequenten Befüllen ein.
Umsetzung
Die Mitglieder des Regionalausschusses stimmten für dieses Gesamtpaket der Neugestaltung. Die Umsetzung solle nach wie vor Mitte 2019 beginnen, der ambitionierte Zeitplan sieht eine Fertigstellung bis Mitte 2020 vor. Dabei wird 50/50 vorgegangen: Auf einer Hälfte wird gebaut, auf der jeweils anderen müssen sich Marktbeschicker und -besucher für ein Jahr mit einer stark reduzierten Standfläche arrangieren.
Die Vorsitzende des Regio­nalausschusses ­Walddörfer, Anja Quast (SPD): „Wir ­haben jetzt dafür gesorgt, dass die Wochenmarktfläche komplett saniert, verschönert und auf den neuesten technischen Stand gebracht wird. Dabei wurden die Wünsche von Marktbeschickern und Kunden gleichermaßen berücksichtigt. Als letzter Schritt vor der Umsetzung steht nur noch die Exper­tise des Umweltausschusses für die Auswahl der nachzupflanzenden Bäume aus, dann kann es losgehen.“
CDU-Regionalsprecherin Walddörfer Franziska Hoppermann ergänzt: „Die Planungen für die Sanierung des Wochenmarkts haben sich in die richtige Richtung entwickelt. Nun muss sich das Bezirksamt an die Zusage gegenüber den Marktbeschickern halten und die Baumaßnahme in der geplanten Zeit umsetzen.“

Den Bebauungsplan in besserer Auflösung finden Sie hier: https://www.heimatecho.de/sonderausgaben/2019-04-11

Aktueller Nachtrag

Der ursprüngliche Zeitplan für den Volksdorfer Marktplatz sah – noch bei der zweiten öffentlichen Veranstaltung im Dezember 2018 – den Baubeginn im Frühsommer (Juni/Juli) vor, die Fertigstellung war für das Frühjahr 2020 geplant. Kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe kristallisierte sich heraus, dass man sich offenbar jetzt in Richtung Spätsommer/Herbst orientiert. Für den von Siegfried Stockhecke organisierten Volksmarkt liegt just die mündliche Bestätigung der Termine 16. Juni und 11. August vor, was ebenfalls für eine deutliche Verschiebung spricht. Denn auf der halben Fläche ist das stets viel besuchte Ereignis nicht denkbar.
Auf Heimat-Echo-Nachfrage, wie die aktuelle Bauzeitplanung aussieht, sagte Jacob Löwenstrom, Sprecher des Bezirksamts Wandsbek: „Bei einer solchen Planung sind immer umfassende und zeitlich nicht detailliert absehbare Abstimmungen erforderlich. Verzögerungen können deshalb nicht grundsätzlich vermieden werden. Dies ist auch beim Projekt Volksdorfer Markt der Fall. Das Bezirksamt strebt weiterhin einen Baubeginn im dritten Quartal 2019 an. Der aktuelle Zeitplan für die noch ausstehenden Planungsschritte spricht aktuell nicht dagegen.“ Überdies steht eine wichtige Hürde erst noch bevor, nämlich die Ausschreibung, die laut Löwenstrom wohl in der Jahresmitte erfolgen kann. (os)


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