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Begegnungen im Drinnen und Draußen - Ausgabe 13.03.2019

Schritt für Schritt zur Integration in Poppenbüttel

POPPENBÜTTEL – Ein Vierteljahr ist es her, seit der erste Spatenstich zur Errichtung eines Begegnungshauses am Rande des sozialen Wohnquartiers Ohlendiekshöhe gemacht wurde.

von ROBERT CHERKOWSKI

Knapp 400 Bewohner, zu großen Teilen mit Flüchtlingshintergrund, leben auf dem rund fünf Hektar fassenden Gelände zwischen Poppenbütteler Berg und Kramer-Kray-Weg. Da zum Leben mehr gehört als vier Wände und ein Dach über dem Kopf, soll bis zum für Ende Mai geplanten Richtfest ein Ort entstehen, der ein Forum für kulturelle und nachbarschaftliche Events und Feste liefern soll und als Anlaufstelle für Menschen mit Fragen im Umgang mit Behörden sowie als ein fester Ort für regelmäßige Nachhilfe zur Sprachförderung dienen kann.
Schon 2016 wurden künftige Bewohner und die anliegende Nachbarschaft eingeladen, sich im Rahmen des „Summer School“-Projekts gemeinsam mit dem japanischen Architekten Tamotsu Ito an der Konzeption des Begegnungshauses zu beteiligen. Zahlreiche ­Ideen wurden ausgetauscht und diskutiert, bis ein Konzept stand, das der Vi­sion einer offenen, lichtdurchfluteten und geräumigen Stätte nachbarschaftlichen Mitei­nanders Rechnung trug.

Außengelände soll wachsen
Als Bereichsleiterin des in der Siedlung federführenden städtischen Sozialunternehmens „fördern und wohnen“ steht Marina Sokolowski in lebhaftem Kontakt zu den Bewohnern. Groß ist dort nicht nur die Vorfreude auf die baldige Eröffnung, sondern auch die Dankbarkeit für die Bezuschussung mit weiteren 210.000 Euro aus dem investiven Quartiersfonds der Finanzbehörde und Bezirke, die nun in die Gestaltung des Außengeländes fließen können. „So eine Summe regt natürlich erst mal die Fantasie an, und es kommen verschiedene Ideen auf, wo sie sich einsetzen lassen“, sagt Sokolowski.
Gemeinsam mit Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff und Finanz- und Bezirkssenator Dr. Andreas Dressel (SPD) besuchte sie anlässlich der Bezuschussung zur Außengestaltung die Baustelle der künftigen Begegnungsstätte. „Eine Zeit lang spielten wir mit dem Gedanken, die Gelder in einen Springbrunnen hier vor Ort zu investieren. Als allen klar wurde, was dabei an Instandhaltungskosten anfällt, haben wir es uns jedoch wieder anders überlegt.“
Vorgesehen sind derzeit eine Sportfläche, die Errichtung einer Grillhütte sowie die Anschaffung von Spielgeräten. Wer sagt, dass Begegnungen nur drinnen stattfinden können?

Taten folgen lassen
Auch Thomas Littmann war vor Ort. Als Mitbegründer des in die Integrationsarbeit involvierten „Poppenbüttel hilft e.V.“ ist er immer wieder als streitbare Stimme in Erscheinung getreten, wenn es darum geht, frommen Wünschen realistische Konzepte und konkrete Taten folgen zu lassen. Auch
auf dem Baugelände wird Littmann nicht müde, die Notwendigkeit eines interkulturellen Austauschs vor Ort zu betonen.
Wenn von Begegnungen die Rede sei, so Littmann, „dann soll das eben nicht nur bedeuten, dass sich die Bewohner der Siedlung hier untereinander mehr begegnen sollen, sondern auch mit den Bewohnern des ganzen Viertels“. Nur so könne echte Integration und echte Durchmischung stattfinden. Littmann weiter: „Poppenbüttel ist kein Viertel mit einem großen Angebot an Kultur- und Erlebnisstätten. Auch für die Anwohner, die seit Jahrzehnten hier wohnen, ist das Begegnungshaus eine Gelegenheit zu Teil­habe am Gemeinwesen und eine Chance, auf Mitbürgerinnen und Mitbürger gleich welchen sozialen oder kul­turellen Hintergrunds zuzugehen.“
So wird sich nach der Fertigstellung des Begegnungshauses zeigen, wer hier die Begegnungen mit wem sucht. Eingeladen, so betont man an diesem Tag, ist ein jeder.


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