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Heimatverein im Wandel der Zeit - Ausgabe 13.03.2019

700 Jahre Hummelsbüttel haben ihre Spuren hinterlassen

Hummelsbüttel – In diesem Jahr feiert Hamburgs Stadtteil Hummelsbüttel sein 700-jähriges Bestehen. Das Jubiläum wird mit einem großen Sommer­fest im Gymnasium Hummelsbüttel begangen.

von Olaf Jenjahn

Der Heimatverein Hummelsbüttel trägt schon seit über 50 Jahren, genauer gesagt seit 1963, viel Information zur Geschichte des Stadtteils zusammen. Karl-Heinz Mangelsen hatte den Verein am 23. April des Jahres mit zehn weiteren interessierten Bürgern ins Leben gerufen. Die Akzeptanz des Vereins war zu diesem Zeitpunkt sehr groß, weil sich Mangelsen zuvor vehement gegen eine Angliederung Hummelsbüttels an Fuhlsbüttel gestellt hatte und der Stadtteil deshalb weiterhin dem ehemaligen Amtsbezirk Poppenbüttel zugehörte.
Der Vereinsvorstand erkannte damals, dass der Schwerpunkt der Vereinsarbeit zunächst auf der kommunalpolitischen Arbeit liegen würde. „Der Verein mischte sich ein und gestaltete mit,“ erläutert Jürgen Ruge, der als ehemaliger Schriftführer dafür zuständig war, die Chronik des Vereins zu erstellen. „Das war auch beim geplanten Bau der Großsiedlung Tegelsbarg der Fall.“ Da ursprünglich rund 4.500 Wohneinheiten in zum Teil 700 Meter langen und 22 Meter hohen Häusern geplant waren, organisierte der Heimatverein Bürgerproteste und Eingaben – am Ende mit Erfolg: Die Anzahl der Wohneinheiten wurden halbiert.“
War der Heimatverein zunächst kommunalpolitisch tätig, fokussierten sich die Aktivitäten später auf gesellschaftliche Themen: Lesungen, Konzerte und Tanzveranstaltungen wurden initiiert, gemeinsam mit Institutionen wie der Feuerwehr oder den Sportvereinen wurden rauschende Feste gefeiert. „Unvergessen sind unsere Klönabende zu Zeiten von Karl-Heinz Mangelsen, die aber dann aufgrund geringer Nachfrage eingestellt wurden“, erinnert sich Ruge.
Später ließ das Vereinsengagement der Einwohner spürbar nach. Zählte der Heimatverein ein Jahr nach seiner Gründung noch 220 Mitglieder, sind es heute nur noch eine Handvoll Enthusiasten, die das Fähnchen hochhalten. Und auch auf ein eigenes Vereinshaus wartet der Heimatverein auch heute noch vergeblich. Stattdessen ist der Verein mit seinen Veranstaltungen im Gemeindehaus der Christophorus Kirche oder am Hummelsbütteler Gymnasium zu Gast.


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