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Zweifelhafte Rekorde - Ausgabe 13.02.2019

CDU prangert FLUGLÄRM-Bilanz 2018 an

Alstertal/Walddörfer – Die Belastung durch Fluglärm und verspätete Maschinen hat im vergangenen Jahr teils neue Höchststände erreicht.

Oliver Spatz


Der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete für Alstertal und Walddörfer Dennis Thering hatte sich in einer aktuellen Anfrage nach der Bilanz für 2018 erkundigt. Demnach haben sich im Vergleich die Verspätungen nach 23 Uhr, also in der Zeit der geltenden Nachtflugbeschränkungen bis 6 Uhr, jedes Jahr gesteigert: Wurden 2013 noch 420 erfasst, waren es 2017 schon 1.038 und 2018 bereits 1.206 Starts und Landungen.
Im Gesamtjahr 2018 gab es speziell über den Hamburger Nordosten 2.432 An- und Abflüge nach 22 Uhr. Zwischen 6 und 7 Uhr kamen knapp 600 zusammen.
Die Zahl der insgesamt ­verzeichneten Fluglärmbeschwerden von Januar bis Dezember 2018 beläuft sich auf 166.943 – ein sattes Plus von 56 Prozent im Vergleich zu 2017.
Negativrekordwerte sind die aktuellen amtlichen Zahlen aber nicht in jeder Hinsicht: Wurden im Bezirk Wandsbek 2017 insgesamt noch rund 26.500 Beschwerden registriert, sank der Wert 2018 deutlich auf gut 11.000, während viele andere Erfassungsgebiete eine rapide Zunahme an Beschwerden verzeichneten. Fast die Hälfte der in Wandsbek registrierten Beschwerden ging aus Lemsahl-Mellingstedt ein. Mit großem Abstand folgten Duvenstedt, Wohldorf-Ohlstedt und Poppenbüttel.

Verweigerungshaltung moniert

Gegenüber der Heimat-Echo-Redaktion verweist CDU-Verkehrspolitiker Thering neben den Verspätungen auf die stark gestiegene Zahl der Beschwerdeführer: „Die Belastung durch Fluglärm gerade auch bei uns im Alstertal und den Walddörfern hat einen neuen Rekord erreicht. Nie zuvor gab es so viele Verspätungen nach 23 Uhr und so viele Menschen, die sich über den steigenden Fluglärm beschwert haben, wie im vergangenen Jahr. Hier zeigt sich, dass die Verweigerungshaltung von SPD und Grünen beim Kampf gegen den Fluglärm immer größere Belastungen für die Anwohnerinnen und Anwohner verursacht.“
Seit mehr als sieben Jahren setze sich seine Partei zusammen mit den Bürgern und Fluglärmschutzinitiativen für einen fairen Interessenausgleich zwischen Flughafen und Anwohnern ein. „Für uns als CDU ist klar, dass neben den berechtigten wirtschaftlichen Interessen des Flughafens der Fluglärmschutz einen deutlich höheren Stellenwert in Hamburg erhalten muss. Wir fordern als CDU unter anderem ein konsequentes Vorgehen gegen die weiter steigenden Flugverspätungen nach 23 Uhr, die konsequente Einhaltung der Bahnbenutzungsregeln und eine Ausweitung der Fluglärmschutzzone“, so Thering.

Hilfe aus Berlin?

Der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für das Alstertal und die meisten Walddörfer, Dr. Christoph Ploß (CDU), tritt währenddessen in Berlin für leisere Flugzeuge und Triebwerke ein. Der Bundestag hatte im November 2018 beschlossen, in den Haushaltsjahren 2020 und 2021 knapp 94 Millionen Euro für entsprechende Forschungsvorhaben in der zivilen Luftfahrt zur Verfügung zu stellen.
„Darüber hinaus wollen wir im Deutschen Bundestag bessere Regelungen für den baulichen Schallschutz für die von Fluglärm geplagten Anwohner beschließen“, so Ploß, der auch Mitglied im Verkehrsausschuss ist. Um Betroffene in Hamburgs Nordosten optimal vor Fluglärm zu schützen, sei jedoch auch ein viel entschlosse­neres Vorgehen des Senats notwendig. „Leider wird der von der CDU initiierte 16-Punkte-Plan aus dem Jahr 2015 von SPD und Grünen bis heute nicht umgesetzt, sodass die Zahl ­verspäteter Flugzeuge nachts immer stärker zunimmt. Viele Bürger können dadurch nicht mehr richtig schlafen.“ Den Senat fordert Ploß auf, ­wichtige Schritte im Sinne der Lebensqualität der betroffenen Anwohner nun dringend anzugehen.


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