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Sterbende begleiten lernen? - Ausgabe 06.02.2019

Malteser informieren über Ausbildung

Volksdorf – Was viele Menschen als Schicksalsschlag bezeichnen würden, war für Wolfgang Klein ein Geschenk mit Höhen und Tiefen. „Ich habe meine Lebensgefährtin kennengelernt und sie dann kurze Zeit später durch eine schwere Krankheit bis zu ihrem Tod begleitet. Eigentlich hatten wir nur eineinhalb Jahre zusammen.“ Das sagt er ohne Verbitterung. Im Gegenteil: Bei ihm hat diese Erfahrung etwas Entscheidendes ausgelöst. Er habe gelernt, um was es im Leben wirklich ginge, sich mit seiner damaligen Partnerin auf das Wichtige konzentriert: „Alles Nebensächliche fiel bei uns ganz einfach weg, Streit um Kleinigkeiten und sinnlose Konflikte haben wir einfach sein gelassen. Wir wussten, dass uns zusammen nur wenig Zeit bleibt.“ Das Wissen um die Endlichkeit des Lebens habe ihn damals zu einem anderen Menschen gemacht, das bezeichnet Wolfgang Klein als „Geschenk mit Höhen und Tiefen“.
Heute engagiert sich der pensionierte Berufsschullehrer im Volksdorfer Malteser Hospiz-Zentrum (MHZ) als Sterbebegleiter. Er begleitet Menschen, die am Lebensende stehen und unterstützt Familien, in denen Kinder oder Jugendliche sterbenskrank sind. „Ich wollte etwas Sinnvolles tun und mich dadurch immer wieder daran erinnern lassen, was wirklich zählt im Leben“, beschreibt er seine Motivation. Vor Beginn seiner ehrenamtlichen Tätigkeit besuchte er einen Schulungskurs im MHZ. Hier erhielt er das theoretische Wissen zu den Themen Tod und Sterben und den verschiedenen Möglichkeiten, Menschen auf ihrem Weg zu begleiten. „Wir haben in dem Kurs vor allem erfahren, mit welcher Haltung man auf die Menschen, die man begleitet, zugehen sollte, nämlich ohne Erwartungen, also sinnbildlich mit leeren Händen.“ Die Sterbebegleitung sei für ihn ein Türöffner gewesen, um das Leben zu schätzen. „Mich bringt sie dazu, wieder richtig zu leben.“
Zurzeit suchen die Malteser weitere Ehrenamtliche, die Menschen am Lebensende in ihrem Zuhause oder in einer Einrichtung begleiten oder Familien mit schwerkranken Kindern entlasten. Das MHZ bietet deshalb ab März und April zwei ca. dreimonatige Schulungskurse an. Im Rahmen zweier Infoabende werden die Schulungen vorgestellt. (sw)

Infoabende: Dienstag, 19.2. und Dienstag, 26.2., jeweils 18.30 Uhr, Malteser Hospizzentrum, Halenreie 5, Info unter Tel. 603 3001 oder per E-Mail an hospiez-zentrum.hamburg@malteser.org


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