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„Der Aufschlag ist gemacht“ - Ausgabe 06.02.2019

Öffentliche Plandiskussion zum Erhalt des Einfamilienhaus-Charakters

Meiendorf – Die Aula der Stadtteilschule war bis auf den letzten Platz gefüllt, viele Anwohner mussten stehen oder auf Treppen sitzen.

Die von ihnen geforderte Änderung des gültigen Bebauungsplans für den Nordosten Meiendorfs stößt weiterhin auf großes Interesse. Zwei Stunden lang antworteten Vertreter des Bezirksamts auf viele Fragen und Anregungen, die Mitglieder des Planungsausschusses hörten aufmerksam zu. Das Gebiet zwischen Nordlandweg und Volksdorfer Wald umfasst 900 Grundstücke in Privatbesitz. Ein reines Wohngebiet, überwiegend bestehend aus Einfamilienhäusern. Diesen Charakter wollte der B-Plan von 1982 erhalten und eine unkontrollierte städtebauliche Entwicklung verhindern. Doch genau das passiert nach Ansicht vieler Meiendorfer gerade – statt zwei Wohnungen pro Fläche entstehen bis zu zwölf in großen Komplexen.

Künftig
feste Grundfläche

Bereits jetzt würden neue Bauanträge zurückgestellt, planstörende Vorhaben könnten abgelehnt werden, erfuhren die Anwohner. Am Ende des jetzt begonnenen Verfahrens solle der Text des B-Plans entscheidend geändert werden, so die Experten des Bezirksamts. Bislang könnten 40 Prozent der jeweiligen Grundstücksfläche bebaut werden. Künftig soll dieses Verhältnis durch eine feste, vorgegebene maximale Grundfläche ersetzt werden, zum Beispiel 150 Quadrat­meter. Diese Zahl soll sich an der Größe der Häuser im Umfeld orientieren, negative „Ausreißer“ sollen nicht berücksichtigt werden.
In vielen Stadtteilen habe sich dieses Vorgehen bewährt, so die Verwaltung. Natürlich könnten Grundstücke geteilt und dann jeweils nach der Vorgabe bebaut werden. Die Baugrenzen schränkten die Nachverdichtung aber ein. Für die alte Bebauung gilt Bestandsschutz. Heiß diskutiert wurden Bauhöhen, versiegelte Flächen oder Parkplätze auf den Grundstücken. All dies könne die Planänderung nicht berücksichtigen, erfuhren die Anwohner. Das Verfahren solle schnell abgeschlossen werden. „Wir haben hier heute den Aufschlag gemacht“, so Frank Rieken, Vorsitzender des Planungsausschusses, am Ende der Veranstaltung.


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