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17 neue Elternlotsen starten durch - Ausgabe 05.12.2018

Der Verein Erziehungshilfe qualifiziert weitere multikulturelle Integrationshelfer

Von Claudia Blume

Poppenbüttel – „Sie bauen Brücken, führen unterschiedliche Lebenswelten zusammen und leisten einen wichtigen Beitrag zu Integration und gegenseitigem Verständnis“, betonte Torsten Höhnke, Geschäftsführer der Erziehungshilfe e.V. Mit Stolz übergab er Zertifikate an die neuen Elternlotsen, die künftig als ehrenamtliche Kultur- und Sprachvermittler geflüchteten Familien ausländischer Herkunft rund um den Tegelsbarg zur Seite stehen und ihnen einen guten Start in der deutschen Gesellschaft geben möchten.

Mehr Absolventen als 2017

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Verein in Kooperation mit Sozialpädagogen, Psychologen, Hebammen und Schulbegleitern zehn multikulturelle Elternlotsen ausgebildet. Nun kommen 17 weitere aus dem Iran, Afghanistan, Russland, Peru, der Slowakei, Ägypten und Marokko hinzu. Erstmals nahmen zwei Männer an den Schulungen teil, darunter Mohammed Zarian: „Als ich 1985 nach Hamburg kam, sprach ich kein Wort Deutsch und hatte niemanden, der mir erklärte, wie das Alltagsleben strukturiert ist“, erzählt der Iraner. Alles musste er auf eigene Faust herausfinden – diese mühsame Erfahrung möchte er Migrantenfamilien ersparen.
Niedrigschwellig Hilfe anbieten, zumal in der Muttersprache, Kontakte zu Vereinen, Spielgruppen, Kitas, Schulen und anderen Institutionen herstellen, ein großes Netzwerk nutzen, das sind Aufgaben der Elternlotsen, die für sie selber zum Sprungbrett werden können: So haben einige der ersten Elternlotsen über ihre Tätigkeiten und durch ihre Kenntnisse einen festen Arbeitsplatz gefunden.

Elternlotsen: eine feste Größe im Stadtteil

Die „Neuen“ werden in die Fußstapfen ihrer Vorgänger treten, aber auch eigene Wege gehen. „Elternlotsen sind eine anerkannte Größe im Stadtteil und werden für ihre Arbeit geschätzt“, erklärte Torsten Höhnke und Karl Schwinke, SPD-Bürgerschaftsabgeordneter, ergänzte: „Sie sind ein Vorbild für gelungene Integration. Sie senken die Hürden der Kontaktaufnahme und stärken die nachbarschaftlichen Strukturen – ein zudem ehrenamtliches Engagement, auf das unsere Stadt angewiesen ist.“

Das Projekt wird von Sozialbehörde, Integrationsfond und aus Spenden finanziert. Wer Interesse an einer Ausbildung hat, wendet sich an Erziehungshilfe e.V., Tegelsbarg1, Tel. 040/609 019 19, elternlotsen@erziehungshilfe-hamburg.de


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