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Volksdorfs Mitte nimmt Gestalt an - Ausgabe 05.12.2018

Planungen für Wochenmarktfläche vorgestellt. Ehrgeiziger Zeitplan

Von Oliver Spatz

Volksdorf – Nachdem Anfang Juli der erste öffentliche Ideenaustausch stattgefunden hatte, luden Bezirksamt und beteiligte Planungsbüros vergangene Woche Dienstag in die Grundschule Ahrensburger Weg, um konkretere Pläne für den Volksdorfer Marktplatz vorzustellen, der für rund 2,5 Millionen Euro grund­instandgesetzt werden soll.

Trotz breiter und rechtzeitiger Ankündigung des Termins blieb die Zahl der Bürger überschaubar. Von politischer Seite waren Vertreter von CDU, Grünen und Linken anwesend.
Die präsentierte Planung ist noch nicht endgültig. Anstelle der heute zum großen Teil ­maroden Stromkästen auf dem Marktplatz wird laut Dr. Stefan Rauterkus, Fachamtsleiter Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt im Bezirksamt Wandsbek, eine „Premiumlösung“ ­angestrebt, zum Beispiel versenkbare Kästen. Be- und Entwässerung des Platzes werden komplett neu gebaut, mehr Wasseranschlüsse für den Markt installiert. Größer als bisher vorgesehen ist der Bedarf für Fahrzeuge der Markt­beschicker, hier arbeitet man noch an einer Lösung. Die gesamte Baumaßnahme ist so getaktet, dass der Wochenmarkt möglichst wenig beeinträchtigt wird und auf Teilflächen sowohl mittwochs als auch samstags stattfinden kann.
Freiraum als Event-Platz

Der Bereich vor der „Koralle“ und dem Hochbahn-Gebäude soll zwei Meter breiter werden, um perspektivisch Platz zum Beispiel für Bestuhlung zu schaffen. Es geht den Planern „um Funktion, aber auch Atmosphäre“. Veranstaltungen wie etwa kleine Konzerte sollen möglich sein. Etablierte For­mate wie der einmal zu jeder Jahreszeit stattfindende Volksmarkt und der halbjährliche Jahrmarkt finden weiterhin genug Platz.
12 Bäume sollen gefällt, 18 neu gepflanzt werden. Die ­Grüneinfassung des Platzes bleibe erhalten. Die einmal mehr aus dem Publikum angemahnten öffentlichen Toiletten seien inzwischen Sache der Stadtreinigung. Der Platz selbst fällt bisher in den Zuständigkeitsbereich des Amts für Verbraucherschutz und ist daher rechtlich gesehen keine öffentliche Verkehrsfläche. Nach der Sanierung wird sich das ­ändern, weil dann das Fachamt Management des öffentlichen Raums für das Areal samt ­Beleuchtung zuständig ist.

Marktplatz als Parkraum

Parkplätze sollen künftig deutlich markiert sein. Ihre Zahl soll sich nach derzeitigem Planungsstand um 14 erhöhen. Zwischen den Parkreihen könne man zweispurig aneinander vorbeifahren. Die Stellplätze werden überwiegend das Standardmaß von 2,50 mal 5,00 Metern haben, aber auch viele breitere Parkplätze sind eingeplant. Auf mehr als 60 verdoppeln soll sich die Zahl der Fahrradbügel.
Auf Heimat-Echo-Nachfrage, wie es künftig mit der Ge­bührenfreiheit des Parkraums aussehe, folgte die erwartbare Antwort, dies liege nicht in der Zuständigkeit des Bezirksamts, bevor ein Behördenvertreter dann versicherte, eine Entgeltpflicht sei nicht geplant.
Im Frühjahr 2019 wollen die Verantwortlichen mit der finalen Planung auf die Volks­dorfer zukommen, versicherte Dr. Rauterkus. Man hofft nun auf zeitnahe Zustimmung der zuständigen Gremien. Auch Bernd Baumgarten, Leiter des bezirklichen Fachamts Management des öffentlichen Raums, appellierte an die Politik, eine schnelle Entscheidung zu treffen, damit sich der ambitionierte Zeitplan nicht um ein Jahr verschiebe. Die Frage, ob im Rahmen der ausstehenden Auftragsvergabe Vertragsstrafen für den Fall zeitlicher Verzögerungen verankert würden, verneinte Baumgarten. Es werde aber alles getan, um Firmen zu bekommen, die ihr Handwerk verstünden.
Im Juni/Juli 2019 soll Baubeginn sein, daher findet der von Siegfried Stockhecke organisierte Volksmarkt im April und Mai statt. Die Fertigstellung des Marktplatzes ist für das Frühjahr 2020 anvisiert.


fdjs