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Nachhaltiger Wohnungsbau für gefiederten Nachwuchs - Ausgabe 14.11.2018

Ehrenamtlich Aktive des NABU Walddörfer im Einsatz

Volksdorf – Kürzlich trafen sich bei bestem Wetter ­Freiwillige der NABU-Gruppe Walddörfer, um Nistkästen im Gebiet des Timmermoors aufzuhängen.

Mit von der Partie war auch Heinz-Werner Steckhan mit seinen beiden Enkeln. Vor vielen Jahren schon hatte Steckhan mit Schülern der Grundschule Buckhorn selbst gezimmerte Holzkästen im Gebiet aufgehängt. Viele davon sind im Laufe der Jahre verrottet oder auch zu Bruch gegangen, als während der häufigen Stürme der vergangenen Jahre Bäume umstürzten.

Individuell zugeschnitten

Nun brachte eine Mitstreiterin aus der NABU-Geschäftsstelle langfristig stabile Nistkästen aus Holzbeton mit. Und zwar der unterschiedlichsten Art: „Ausschlaggebend ist die Größe des Einfluglochs“, erklärt Steckhan. Feldspatzen und Kohlmeisen benötigten etwa den gleichen Lochdurchmesser (32 Millimeter), während die Blau­meise kleinere Löcher (28 Millimeter) bevorzuge. Ein Starenkasten benötige ein deutlich größeres Einflugloch (45 Millimeter), Rotschwänze wiederum zögen in Halb­höhlen ein.
All diese Nistkästenarten fanden verteilt im Gebiet ihren Platz. Dazu werden noch Fledermauskästen kommen, die sehr hoch am Baum aufgehängt werden müssen und ausschließlich als Sommer­lebensraum dienen. Im Winter benötigen die Tiere einen frostfreien Unterschlupf.
Sämtliche Nistkästen wurden mit Nummern versehen. Die Standorte werden noch in eine Flurkarte übertragen, ­sodass man im nächsten Frühjahr beobachten kann, welcher gefiederte Freund wo „eingezogen“ ist. Die Engagierten vom NABU hoffen, mit ihrer Aktion den im Gebiet noch vorkommenden Arten etwas Unterstützung zu geben, denn alte oder abgestorbene Bäume, in denen sich natürliche Höhlen befinden, sind sehr selten.

Um manche Vögel ist es leise geworden

Nachdenklich wird Steckhan, wenn er an den Vogel des Jahres 2019 denkt, die Feldlerche, der die Nistkasten­aktion nicht zugutekommt: „Die Feldlerche ist ein Bodenbrüter und leider völlig aus der Feldmark um das ­Timmermoor verschwunden. In meiner Kindheit in den 50er-Jahren brütete sie noch häufig auf den Feldern rund um das Timmermoor, im Sommer war der Gesang der am Himmel ‘stehenden‘ Lerchen überall zu hören. Aber auch der Kiebitz, der noch in den 90ern seine Jungen in der Feldmark am Fischkamp großzog, ist verschwunden, ebenso wie der früher häufig vorkommende Fasan. Das sollte uns doch sehr zu denken ­geben!“ (os)


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