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In der Ohlendorff'schen Villa

Buchvorstellung - Ausgabe 10.10.2018

Volksdorf – Unmittelbar nach der Vorstellung des Buches „Hotel Dellbrück“ von Prof. Dr. Michael Göring am kommenden Wochenende auf der Frankfurter Buchmesse kann man den Autor auf Einladung des Kulturkreises Walddörfer bei seiner Lesung in der Ohlendorff‘schen Villa live erleben.
In Görings Roman geht es um Emigration, Identität und Heimat, auch und vor allem um geistige Heimat. Zentraler Pro-tagonist ist Sigmund Rosenbaum, ein jüdischer Waisenjunge, der 1923 im westfälischen Lippstadt geboren wird. Im Dezember 1938 gelangt er als Fünfzehnjähriger mit einem der ersten Kindertransporte nach England und entkommt so dem Holocaust. 1949 fällt Sigmund die Entscheidung, nach Deutschland zurückzukehren. Er unterrichtet an der Schule, an der er Jahre zuvor wegen seines Jüdisch-Seins gepeinigt wurde. Er heiratet die Tochter des Hoteliers Tono Dellbrück, Maria. Ihr gemeinsamer Sohn Frido, wird 1955 in Deutschland geboren. Katholisch wie seine Mutter, hat dieser - wie sein Vater - Probleme mit Deutschland. Er entschließt sich zu einer Reise, geht nach Indien, emigriert schließlich in den 1990er Jahren nach Australien, wo er Cleo, eine jüdische Frau heiratet. 2018 kommt Frido zu Besuch nach Deutschland. Das Hotel Dellbrück, Ankerpunkt der Familie und Geburtshaus des Vaters, ist jetzt ein Flüchtlingswohnheim. Frido trifft auf Djad, 19 Jahre alt, der 2015 alleine, ohne Eltern, aus Syrien geflohen ist. Die Begegnung mit der alten Heimat und der Gang durch die Etagen des Hotels rufen unerwartet starke Erinnerungen in ihm hervor und verändern sein Leben…
In diesem Jahr jähren sich die Kindertransporte, durch die Görings Protagonist Sigmund den Nazis entkommen konnte, zum 80. Mal. 10 000 jüdische Kinder und Jugendliche sind durch die Kindertransporte zwischen November 1938 und September 1939 vor dem Holocaust gerettet worden.
Dem Autor geht es in seinem Roman vor allem darum, welche Auswirkungen die Erfahrung des Protagonisten Sigmund auf seinen Sohn Frido haben und warum dieser sich in Deutschland nie wirklich heimisch fühlt.
Der erfolgreiche Autor, Sprach- und Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Michael Göring, Jahrgang 1956, ist Vorsitzender der Zeit-Stiftung und des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. „Hotel Dellbrück“ ist Görings vierter Roman. (ds)

Montag, 15. Oktober, 19.30 Uhr, Ohlendorff‘sche Villa, Im Alten Dorfe 28, Eintritt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro im Vorverkauf in der Buchhandlung I. v. Behr, Im Alten Dorfe 31, Restkarten an der Abendkasse: 14 Euro, ermäßigt 12 Euro.


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