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Feuerwehr mehrere Stunden im Großeinsatz - Ausgabe 19.09.2018

Wellingsbüttel – Geschockt stehen Monika Hagner und ihre Schwägerin, Ute Blinde, vor der Ruine ihres einst stattlichen Fachwerkhauses am Pfeilshofer Weg. Die beiden Damen wurden von Bekannten alarmiert, die zuvor die Feuerwehr gerufen haben.
Schnell sprach es sich herum: „Das Reetdachhaus – eines der letzten in dem Stadtteil brennt!“ Vier Jahre hat das Elternhaus an der Saseler Chaussee von Monika Hagner nun leer gestanden, sollte für gut 400.000 Euro verkauft werden. Doch niemand wollte das unter Denkmalschutz stehende Haus haben. Nun ist es niedergebrannt und weitestgehend durch das Technische Hilfswerk abgerissen worden. Die Brandursache wird durch das LKA ermittelt.
Die ersten sichtbaren Flammen loderten am Montag gegen 8.30 Uhr aus dem Haus. Nachbarn und Autofahrer wählten den Notruf 112. Schnell waren Feuerwehrleute vor Ort, ehrenamtliche ebenso wie Angehörige mehrerer Berufsfeuerwehren. Nachbarhäuser wurden dank ihres Einsatzes nicht beschädigt, doch das historische Gebäude war nicht mehr zu retten. Feuerwehrsprecher Werner Nölken erklärte vor Ort: „Wir kommen nicht an die Flammen heran. Das Material auf dem Dach lässt das Wasser nicht durch. Es brennt von unten weiter. Daher müssen wir es einreißen.“ Dennoch: Mit mehreren Strahlrohren, teilweise über Drehleitern und direkt vom Boden unter schwerem Atemschutz, löschten die Feuerwehrleute alle aufkommenden Flammen, rissen mit Dunggabeln und bloßen Händen das Stroh vom Dach.
Das wohl über 200 Jahre alte Haus sei ganz früher als Schmiede genutzt worden, erzählt Monika Hagner. „1939 hat meine Familie es gekauft und hier gewohnt: 20 Jahre meiner Kindheit und Jugend habe ich hier verbracht.“ Dann starben die Eltern, eine Erbengemeinschaft, bestehend aus drei Personen, kümmerte sich um Grundstück und Haus: „Wir konnten es ja nicht nehmen. Meine Schwägerin auch nicht und mein Cousin wohnt in England. Ich habe selbst ein Haus.“ (büh)


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